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Von Friedensgebeten und Teppichkunst

Von Friedensgebeten und Teppichkunst

Die katholische Frauengemeinschaft Wittlich macht weit mehr als Gottesdienste zu gestalten und sich am Pfarrfest zu beteiligen. Sie haben einen eigenen Chor, organisieren Fahrten, führen Fastengespräche, haben in acht Arbeitsnachmittagen einen großen Wandteppich gestaltet. Und ihre Fastnachtssitzung hat einen immer größeren Zulauf.

Wittlich. Sie ist ein wichtiges Puzzleteil in der Pfarreiengemeinschaft und der Stadt Wittlich: die katholische Frauengemeinschaft. Sie haben auf Pfarreienebene eine Mitgliederzahl von 180 und auf der Ebene der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland noch einmal 120. In den verschiedenen Bereichen helfen insgesamt zwischen 60 bis 100 Frauen mit.
Zu ihren Kernaufgaben gehören die Gestaltung der Gottesdienste und die religiöse Bildung. Dabei gestalteten sie 2015 elf Mal das Friedensgebet, die Maiandacht, eine Betstunde zu Ewig-Gebet und Messen in St. Bernhard, St. Markus und Lüxem. Oft werden sie dabei vom eigenen Chor unterstützt. Auf den sind die katholischen Frauen stolz, denn 35 ihrer Frauen singen mit. "Das ist doch schon was", erklärt Lieselotte Musseleck vom Leitungsteam, denn eine Vorsitzende haben die Frauen nicht. Und auch Messdiener oder Lektoren brauchen die Frauen nicht, das machen sie selbst. Im monatlichen Wechsel kümmern sich zehn Frauen aus der Gruppe um den Blumenschmuck in St. Markus. Dafür ist die Kollekte der Mittwochsgottesdienste bestimmt. Da die Frauen auch gut wirtschaften können, sind im vergangenen Jahr 1900 Euro übrig geblieben, die sie an Pater Stephan aus Himmerod für dessen Sudanhilfe gespendet haben. Die religiöse Bildung versuchen die Frauen lebensnah zu gestalten, indem zum gemeinsamen Frühstück Referenten eingeladen werden. Im vergangenen Jahr war das Thema Glück, in diesem Jahr wird die Familie im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Dazu organisieren die Frauen mehrere Fahrten im Jahr.
Als eine Bereicherung empfinden sie es, dass sich vor drei Jahren die katholischen Frauen aus St. Bernhard mit ihnen zusammengeschlossen haben. Karin Lautwein, Leitungsteam, berichtet: "Es gab schon einige Impulse und Frauen, die aktiv dabei sind, aber wir würden uns freuen, wenn es noch mehr werden würden." Männer werden bei den katholischen Frauen übrigens kaum gebraucht. Nur an Fastnacht kümmern sie sich um die Technik. Dann stehen bis zu 100 Akteure auf der Bühne.
Es werden Tänze, Sketche, Lieder und Vorträge aufgeführt. "Dann gehen auch viele raus, die man sonst kaum sieht. Die vielleicht keinen Partner mehr haben oder die lieber nachmittags rausgehen, statt abends auf die reguläre Sitzung", berichtet Waltraud Niles. Auf jeden Fall werden es jedes Jahr mehr Zuschauer.
Ein sehr eindrucksvolles Zeichen ihres Schaffens haben die Frauen im vergangenen Jahr im St.-Markus-Haus hinterlassen. Ein Wandteppich, der aus vielen einzelnen, bunten Quadraten zusammengesetzt ist. Es sind gehäkelte, gestrickte Teile, aus dickem oder dünnem Garn, flauschig oder glatt, die in der Mitte ein leuchtendes Kreuz zeigen. So haben sie auch in diesem Bereich einen Beitrag geleistet, um das Bild von der Gemeinde St. Markus zu vervollständigen.