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Von Köpfen, einer Brücke und einem Zauberwald

Von Köpfen, einer Brücke und einem Zauberwald

Drei Entwürfe für die neue Gestaltung des Erbeskopfs wurden am Mittwoch ausgezeichnet. Welche Ideen stecken hinter diesen Entwürfen?

Kopf der Region: Eine Trierer Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus den Landschaftsarchitekten Helmut Ernst und Stefan Jacobs, dem Architekten Michael R. Schwarz und dem Künstler Christoph Manke, hat weit in die Zukunft gedacht. Das Quartett hat die gesamte Erbes kopf-Kuppe inklusive der militärisch genutzten Teile überplant. Auf dem "Kopf der Region", so heißt die Arbeit, soll das Wettbewerbs-Gebiet nach Beseitigung der militärischen Nutzungsspuren auf der Kuppe in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Der "Hunsrück-Rücken" wird durch einen Rundweg erschlossen. Vom höchsten Punkt aus werden neue Sichtlinien formuliert. Diese stählernen Sichtachsen auf Bodenniveau durchstoßen den Rundweg. Auf weitere "Köpfe", sprich benachbarte Bergkuppen wie den Sand-, Idar- und Wildenburger Kopf wird ebenso hingewiesen wie auf nahe gelegene Orte. Der höchste Punkt soll mit einem sieben Meter hohen Edelstahlstab markiert werden. Das i-Tüpfelchen ist eine Klangskulptur. Das begehbare Objekt ist Endpunkt eines Steges, der auf der Gipfelhöhe durch die Skulptur hindurchführt und einen Aussichtspunkt bildet. Der Hunsrücksteig soll über diesen Steg führen. Die zwölf Meter hohe Skulptur aus verzinktem Stahl und Holz, eine Kombination aus Windharfe und Wind orgel, gibt dem Ort eine besondere Atmosphäre.

Liegender Turm: Der zweite Preis setzt an der Tatsache an, dass bis 1961 auf dem Areal der Kaiser-Wilhelm-Turm stand, der ein Anziehungspunkt für die gesamte Region war. Der Architekt Arnd Deletz aus dem saarländischen Wallerfangen lässt das frühere Bauwerk "umkippen". Wie ein umgestürzter Baum wird der Turm dann zur Brücke, die den Gipfel mit Hunsrückhaus am Fuß der Skipiste verbindet. Deletz macht dies mit einer 27 Meter langen grünen Röhre, die oben auf dem Erbeskopf-Plateau aufliegt und die Fundamentreste des ehemaligen Turms einbezieht. Die Röhre aus transparentem Kunststoff ragt weit über die abfallende Hangkante hinaus. Dadurch entsteht ein Aussichtspunkt, an dem Besucher ein besonderes Höhenerlebnis haben sollen. Der dabei entstehende Raum soll Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Erbeskopfs sein. Durch Form und Farbe setzt sich das Objekt tagsüber markant ab, wirkt durch seine Transparenz aber als Teil der Landschaft. Nachts entsteht ein scheinbar schwebender Lichtkörper.

Zauberwald: Die Gruppe rund um den Architekten Dirk Hebel aus Kronweiler, Verbandsgemeinde Birkenfeld, will auf dem Erbeskopf-Plateau einen "Zauberwald" installieren. Mit im Boot ist auch der bekannte Künstler Philippe Devaud aus Rinzenberg. Vorgeschlagen wurde der Zauberwald in Anlehnung an einen "heiligen Hain", den romantisch gesinnte Heimatfreunde an der Stelle in früheren Zeiten vermuteten. Stattdessen soll eine künstliche Erlebniswelt entstehen. Die "Zauberbäume" bewegen sich leicht und werden nachts mit LED-Leuchten erhellt. Auch eine Nebelanlage soll eingesetzt werden. Per Lautsprecher können Geschichten und Sagen aus der Region erzählt werden. So soll der Erbeskopf-Gipfel zu allen Jahreszeiten ein Anziehungspunkt werden. Durch Solarstrom kann der Wald weitgehend autark mit dem Strom für Beleuchtung versorgt werden. Alle benötigten Materialien sind zu hundert Prozent recycelbar.