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Von Lebensbäumen und Bronze-Hirschen

Von Lebensbäumen und Bronze-Hirschen

Mosel und Hunsrück sind beliebt - auch bei Künstlern aus Italien oder Großbritannien, die hier einen neuen Lebensmittelpunkt gesetzt haben. Eine Ausstellung in der Akademie Kues bietet einen Überblick über die regionale Kunstszene, die äußerst vielfältig ist.

Bernkastel-Kues. Es soll nicht nur ein Ausstellungsort, sondern auch ein Ort des Dialogs und der Begegnung sein. Das ist gewissermaßen das Motto der Akademie Kues. "Wir wollen regionalen Künstlern hier ein Podium bieten," sagt Stefan Bischoff, Leiter der Akademie Kues. In der Begegnungsstätte werden im Jahr bis zu fünf Ausstellungen angeboten, die in der Regel eine Laufzeit von zwei Monaten haben.
"Hier entsteht immer wieder eine andere Atmosphäre, es stellen Autodidakten und auch Profis aus. Das Urteil über die Qualität der Arbeiten sollen die Besucher selbst fällen," erklärt Bischoff. Die Vernissage der jüngsten Ausstellung "Kunst im Dialog" bestätigt das.
Nach Veranstalterangaben kamen 160 Besucher in den Stiftsweg 1 in Bernkastel-Kues. In der Ausstellung, die noch bis zum 10. April zu sehen ist, zeigen acht Künstler aus der Region ihre Werke. Insgesamt sind 86 Arbeiten in der Akademie verteilt. Ein Gang durch die Ausstellung zeigt eine enorme Vielfalt an Techniken, Stilen und Motiven. Renate Jansen aus Bullay verfremdet in ihren Arbeiten reale Motive und macht abstrakte "Traumbilder" daraus, wie sie selbst sagt. "Ich nehme mir oft reale Gegenstände als Vorlage und verfremde sie dann, wobei ich mich von meinen Gefühlen leiten lasse." So wird aus einem banalen Baum ein "Lebensbaum", in dem unterschiedliche Rot und Lila-Töne sich ineinander verschlingen und der Betrachter seine subjektiven Gefühle hineininterpretieren kann. Meggi Fritzen aus Wittlich hat es mit ihren verfremdeten Menschenbildern im Moselgebiet schon zu einiger Bekanntheit gebracht. Sie hat schon mehrfach in der Region ausgestellt. Auch Petra Stähr-Grabedünkel aus Bernkastel-Kues stellt ihre Werke in der Akademie aus. Sie zeigt Ölbilder mit Ansichten der Moselstadt in satten Farben. Unter anderem mit Miniaturarbeiten in Acryl ist Cornelia Trenner vertreten. Sie lebt seit den 1960er Jahren in Koblenz, stammt aber aus Bernkastel-Kues. Fast wie Karikaturen muten die Bilder von Paul Willi Meyer an. Der 85-Jährige aus Ürzig arbeitet mit Mischtechnik und lässt sich kaum in gängige Schubladen einordnen. Willibald und Gisela Holzinger sind von Florenz nach Gonzerath gezogen. Die beiden zeigen Gemälde und Skulpturen aus Holz.
Arbeiten für Film-Industrie


Ebenfalls Skulpturen, allerdings aus Metall, zeigt Jill Simpson. Die 1973 in Newport (Großbritannien) geborene Künstlerin hat für die Londoner Film-Industrie Requisiten und Modelle hergestellt. Nun hat sie sich auf Metallarbeiten verlegt. Die meisten ihrer Kunstwerke sind aus Bronze. Beeindruckend sind ihre Akte, Hirsch- und Pferdeköpfe, die in der Ausstellung zu sehen sind.
hpl
Extra

Im Juli 2016 gastiert die Wanderausstellung "Demenz ist anders" in der Akademie Kues. Die Ausstellung zeigt 20 Fotografien, die auf Leinwand gedruckt sind. Der Hamburger Fotograf Michael Hagedorn hat dafür demente Menschen einfühlsam porträtiert. hpl