Von Schröder, dem Kaiser und Wolfi

Von Schröder, dem Kaiser und Wolfi

BERNKASTEL-KUES. Ein Saal voller Narren, gut gelaunter Elferrat, charmantes Prinzenpaar, witzige Büttenredner, spritzige Tänzer und quirlige sangesfreudige Showstars - mit solchen Trümpfen wartete die erste Prunksitzung des KV Huckebein in der Mosellandhalle auf.

Frohsinn und Humor gepaart, dasist Huckebeins Lebensart, und das zeigten die Akteure desKarnevalsvereins in närrischen fünf Stunden. Unter den Augen desElferrates und des Prinzenpaares Torsten und Petra eröffneten dasHuckebeinballett mit seinem traditionellen Gardetanz einefarbenprächtige und humorvolle Schau. Sitzungspräsident EricAchtermann führte durchs Programm, bei dem die Akteure auf derBühne mit losem Mundwerk ihre spitze Nase ganz tief inbürgerliche oder höchstpolitische Angelegenheiten steckten. Dawusste der Mainzer Tourist (Lothar Marmann), der Bernkastel-Kues,das "Herz der Welt" besuchte, doch gleich allerhand zu berichten.Dabei entdeckte er nicht nur Positives, sondern nahm vielmehrauch den "kleinsten Kreisel der Republik", das ungenutzteParkhaus "Platz war satt in dieser Halle" und die Güterhalle"Vorne hui un hinne pfui" unter seine närrische Lupe.Nachwuchskarnevalist Eric Roth, outete sich als wahrerVerwandlungskünstler und begeisterte in rasantem Rollenwechsel.Ein musikalisch himmlisch-höllisches Vergnügen boten ChristaStein und Christel Marmann in ihrer "giftigen" Konfrontation alsEngel und Teufel nach der Devise "der liebe Gott weiß, dass ichkein Engel bin, ein Teufel steckt doch in jedem drin". "Ach,Deutschland verstehen wieder nur Spaghetti" monierte GastarbeiterAntonio (Kalle Huwer), der neben seiner Arbeit auf der großenBaustelle Pikantes von sich gab und aus dem Italien-Heimat-Urlaubimmer mit dieser "Aldi-Airlines" zurückkehrt. Und dann stand erwieder vor der Tür - der stadtbekannte Ausscheller mit derPickelhaube alias Otto Oster, der mit seinem Textschreiber TheoMonzel seit vielen Jahren ein starkes närrisches Duo darstellt.Mahnend ließ er seine große Glocke zu gesellschaftlichemGeschehen in der Stadt und zur großen Politik erschallen. "Eswird hiermit bekannt gemacht, dass Harald Juhnke Schröder-Beraterwird, denn "der holt aus jeder Flasche noch etwas heraus". Perfekte und schmissige Show

Der Ausscheller versorgte die Narren im Saal mit viel satirischer Munition, Zündstoff gab ihm die große und kleine Politik genug. Und ganz preußischer Untertan erscholl sein inniges Flehen an den Kaiser auf seinem Sockel am Koblenzer Deutschen Eck: "Lieber Wilhelm, steig´ hernieder, regiere uns Preußen wieder, lass´ in diesen schweren Zeiten, lieber den Gerhard Schröder reiten". Doch als der Ausscheller die Fahrkünste der Weiblichkeit ernsthaft aufs Korn nahm, gab es laute Buhrufe von seinen "Objekten des Spotts" im Saal. Ob Marianne Schommer als neugieriger "Malermeister" , der "Kurgast" Friedrich Weber oder Doris Schwab, die Einblicke gab in die "Midlifecrisis des Mannes" - sie alle sorgten als versierte Fastnachter und Beobachter für viel närrische, kritische Unterhaltung.

Doch was wäre eine Huckebein-Prunksitzung ohne die perfekten, schmissigen Show- und Tanzeinlagen als akustische und optische Höhepunkte. So ließ sich das Publikum mitreißen von den Darbietungen des Huckebeinballetts, der Tanzgruppe "Onyx", der Turnerriege "Ungelenk" und der Prinzengarde sowie den "Flintenweibern", die mit ihrem Piratenschiff vom Bernkastler Moselstrand auf große Fahrt gingen und ihrem Bürgermeister "Wolfi" good bye sangen. Den grandiosen Schlusspunkt setzte die muntere Truppe der Huckisingers mit ihrer farbenfrohen Kostüm- und Gesangsshow. Für die musikalische Unterhaltung des Abends sorgte Walter Maibaum.

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