Von Wodka und Miniröcken

Eigentlich war Weiberdonnerstag ein Tag wie jeder andere. Bis exakt um 11.11 Uhr.

Ab dann her rschte in der Wittlicher Innenstadt Krie… äh Karnevalstreiben und so sah es auch in der Innenstadt aus. Überall lag Abfall rum. Darunter unter anderem Sektflaschen und leere Plastikbecher. Außerdem roch es in manchen Ecken nach Urin. Wittlich Kreiau sag ich da nur!
Doch das Karnevalsvolk legt nach, vor allem das Junge. Das Smartphone in der Hand, die Wodkaflasche am Hals und den Minirock auf der Hüfte. Wobei es Mikrorock besser treffen würde. So bewegen sich die Teenies durch die Stadt. Was das mit Karneval zu tun haben soll. Ich frage es mich jedes Jahr. Als wir so jung und die Gummistiefel noch aus Holz waren, sind wir an Karneval in die Kneipe, haben da unsere zehn Stubbis, wahlweise zwei Stiefel, getrunken und sind dann wie auf Rollschuhen heim. Das Einzige, was wir beachten mussten, war, dass wir nicht von Stiefel auf Stubbis gewechselt haben, weil wie jeder weiß das Kopfweh gibt. Mit dem Trinken haben wir von selber aufgehört, weil wir irgendwann kein Bier mehr sehen konnten. Mit den süßen Alkopops ist das anders. Da kannste zwei Liter trinken ohne das du was merkst und auf einmal knallt das Zeug.
Außerdem hatten wir kein Smartphone. Das heißt wenn wir an der Theke in den Sekundenschlaf gefallen sind, fanden wir ein Bild davon nächsten Tag nicht auf Facebook wieder, wo es geliked, geteilt, kommentiert und vom Chef gesehen wird.
Aber die Zeiten sind rum. Eins wundert mich aber dennoch. Trotz all den neuen süßen Alkoholgetränken, Smartphones und Eigenarten der jungen Narren, schallen aus den Boxen immer noch die gleichen Lieder, wie schon vor 20 Jahren:
"Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön."

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