Von Wunschbox bis zum Workshop gegen rechts

Dass sie kein Debattierklub sind, der nur die nächste Party im Kopf hat, haben die Morbacher Jungparlamentarier längst bewiesen. Mit ihren jüngsten Initiativen wie einer Art Patenschaft für den Barfußpfad oder ihrem Einsatz für ein landesweites Jugendnetzwerk satteln sie jedoch erneut drauf.

Morbach. (urs) Die Jungparlamentarier der Gemeinde Morbach haben viele Ideen, und sie wollen Taten folgen lassen. Und das nicht nur, wenn es ums Organisieren einer Party geht oder um Angebote für das "Haus der Jugend", die Teestube. Sätze wie "Ich bin dabei" oder "Da mach ich mit" sind in der jüngsten Sitzung des Jugendparlaments (Jupa) mehrmals gefallen. Und das ungeachtet der damit verbundenen Arbeit oder der Freizeit, die dafür zu investieren sein wird.

Ein Beispiel für die zupackende Einstellung der jungen Leute ist, dass sie sich bereiterklärt haben, quasi die Patenschaft für den Barfußpfad im Ortelsbruch zu übernehmen. Der auch mit Hilfe von Jupa-Leuten im Rahmen der 72-Stunden-Aktion der Deutschen Katholischen Jugend angelegte Parcours muss ausgebessert und beständig gepflegt werden. Dass dies nun Aufgabe der Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde sein soll, ist nach Ansicht der jungen Leute nicht im Sinne des Erfinders. Also packen sie das selbst an. Jugendpfleger Ernst Daniel Röhrig empfiehlt ein langfristiges Konzept, in das auch Ideen von Grundschülern einfließen könnten.

Ideen direkt in der Schule sammeln



Für ein solches Projekt gebe es zudem möglicherweise einen Fördertopf, so dass die Finanzierung der geballten Kreativität von Kindern und Jugendlichen keine große Hürde darstellen dürfte.

Darüber hinaus bringt das Jupa auch kleine Projekte wie eine "Wunschbox" auf den Weg. In dieser sollen in der Integrierten Gesamtschule Anregungen gesammelt werden. Außerdem laufen Vorbereitungen, einen der monatlich geplanten Workshops unter das Motto "Gegen rechts" zu stellen. Mit einer Einladung gleichaltriger Jungparlamentarier nach Morbach wollen sie zudem das bei bisherigen jährlichen Treffen verfolgte Ziel einer landesweiten Vernetzung voran- bringen. Zu dem Treffen am Samstag, 16. Januar, werden auch junge Leute aus der thüringischen Partnerstadt Geraberg eingeladen. Dort gibt es zwar einen Jugendpfleger, aber noch kein Jupa. Trotz der vielen Termine wird das Haus der Jugend mit seinem neuen Motto "Jam - JugendAktion Morbach" nicht vergessen. Bisher sind im Angebot: Mini-Teestube für Sechs- bis Zehnjährige, Jugendtreff für Zehn- bis 14-Jährige und Aktionen wie "Malen mal anders" oder "Let's Jam", ein Musikworkshop. Weitere Ideen sind "Kochen oder Backen mit Manuel", einem Bäcker in ihrer Mitte, Spiele und alkoholfreie Cocktail-Abende oder eine Bücherecke, die vom Mitbringen oder Mitnehmen von Büchern leben soll. Im Gespräch ist auch "Air Hockey", ein Tisch-Hockeyspiel. Spontane Filmabende will das Jupa aus seinem Budget unterstützen.