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vor 20 Jahren im Trierischen Volksfreund

Geschichte : Protest, Gift und Zorn

BERNKASTEL-WITTLICH (ca) Heute ist sie nicht mehr zu übersehen, vor 20 Jahren erhitzte sie die Gemüter: die Hochmoselbrücke.

Im April 1999 gab es weitere Themen im TV.

Prostest gegen „Monstrum: Noch in diesem Jahr soll sie fertig gestellt werden, vor 20 Jahren gab es Proteste gegen die Hochmoselbrücke. „Landschaftsmörder“ stand in blutroter Schrift auf einem großen Plakat an der B 53 bei Zeltingen-Rachtig an der Stelle, wo wo heute die Hochmoselbrücke steht. Rund 50 Aktivisten der Arbeitsgruppe „Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung!“ errichteten Schilder und streuten in den Ürziger Weinbergen an zwei Stellen Stroh aus, um den Bürgern, wie sie erklärten, vor Augen zu führen, wo die geplanten 120 Quadratmeter umfassenden Pfeiler in den Berg gesetzt werden sollen. Ziel der Aktion sei es, die Planer und besonders die Bevölkerung, wachzurütteln, sagte damals Sprecher Karl-Gustav Kwasny.

Gift im Hinterhof: Ein Giftfund in einem Hinterhof am Wittlicher Sporgraben sorgte in Wittlich für Aufregung. Ein spielender Junge entdeckte dort verschüttetes Quecksilber. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, um das Schwermetall zu beseitigen, auch die Kriminalpolizei wurde eingeschaltet. Das Quecksilber hatten drei Jugendliche vermutlich in dem stillgelegten Werk der Holzindustrie an der Kalkturmstraße gefunden. Über eine Leiter hatten sie sich Zutritt zu der Industrieruine verschafft, angeblich um einen Fußball vom Dach zu holen. Statt des Balls fanden sie jedoch ein wesentlich interessanteres „Spielzeug“: Quecksilber. Die drei Freunde hatten großen Spaß damit, das Quecksilber in dem Hinterhof im Sporgraben durch die Gegend zu schnippen. Dann entdeckte ein Achtjähriger das verschüttete Quecksilber. Sein Vater erkannte den Stoff sofort und informierte die Kreisverwaltung. Die Freiwillige Feuerwehr kam und versuchte, das Metall zu beseitigen. Aber auch anderen Stellen wurde Quecksilber entdeckt.

Zornige Bauern: Die Zornesröte stand einigen Altricher Bauern im Gesicht, denn bei der Info-Veranstaltung des Kulturamtes Bernkastel-Kues in der Altreia-Halle wurde deutlich, dass die Landwirtschaft für den Straßenbau und für Ausgleichsflächen im Wittlicher Tal Ackerland als Opfer bringen müsse – rund 500 Hektar. Es stünden nicht genügend Ersatz-Nutzflächen für alle Bauern zur Verfügung, auch wenn man Betriebsaufgaben berücksichtige, hieß es. Als möglicher Lösungsansatz wurde ein Bodenordnungsverfahren angesehen. Dies wurde laut Kulturamt auch von 71 Prozent der Betriebe aus Altrich und Platten befürwortet.  

 Logo zurückgeblättert
Logo zurückgeblättert Foto: TV/Lambrecht, Jana

Fahrräder für die Polizei: Neben der Polizeiinspektion Trier wurde im April 1999 auch die Dienststelle in Kues mit zwei 24-Gang-Mountainbikes ausgestattet. Aus den fünf Dienstgruppen hatten sich jeweils zwei sportliche Kollegen für diese neue Form des Streifenfahrens zur Verfügung gestellt. „So werden die Fahrrad-Streifen als nützliche Ergänzung der vermehrten Fußstreifen gesehen“, erklärte Polizeihauptkommissar Helmut Kaspar, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues Eingesetzt wurden die Fahrrad-Streifen überall dort, wo motorisierte Gefährte keinen Zugang hatten, wie in Parkanlagen oder auf Fuß- und Radwegen.