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Vor 20 Jahren im Trierischen Volksfreund

Geschichte : Rückzug und neues Kapitel

BERNKASTEL-WITTLICH (ca) Über diese Themen berichtet der TV unter anderem vor 20 Jahren.

Neues Kapitel im Kurbetrieb: Im Kurangebot von Bad Wildstein gab es Ende Oktober 2000 tiefgreifende Veränderungen. Das Kurmittelhaus schloss aus wirtschaftlichen Gründen, nachdem die Wirtschafts-, Beratungs- und Treuhandgesellschaft (WBT) Trier die „Quelle der Gesundheit“ im Juni 1997 übernommen hatte. Die „Kurhotel Park­schlösschen Bad Wildstein GmbH“ übernahm den Betrieb. Das bedeutete: keine Therapien für Kassenpatienten, sondern ein qualitativ hochwertiges Angebot für Privatpatienten. Auf die Schließung des Kurmittelhauses hat die Verwaltung mit dem Aufbau einer neuen Abteilung in der Moseltherme aber reagiert. Die bislang in der „Quelle der Gesundheit“ angebotenen Therapien und Anwendungen wurden nun in der Moseltherme angeboten. Dort wurde eine neue Therapie-Abteilung eröffnet.

Genervte Anwohnen: Mehr als 14 000 Fahrzeuge, darunter viele Laster, passierten im Jahr 2000 täglich die enge Ortsdurchfahrt Wehlen. Immer wieder streiften Brummis dabei ganz nah an der Fahrbahn stehende Häuser. Die Anwohner hatten den Zustand satt und warteten auf den ersten Spatenstich der Umgehung. Besonders gebeutelt war die damals 82-jährige Else Hauth, deren Fachwerkhaus an einem Nadelöhr der Ortsdurchfahrt stand, wo die Fahrbahn nur 4,80 Meter breit war. An ihrem Haus entstanden Gesamtschäden von schätzungsweise rund 40 000 Euro. Nicht nur Else Hauth wartete sehnsüchtig auf den Baubeginn der Ortsumgehung. Mit ihr auch die weit größte Mehrheit der Wehlener Bürger. Aber nicht alle. Seit Ende April 2000 lag der Planfeststellungsbeschluss für die seit Jahrzehnten angedachte Ortsumgehung der Landesstraße 47 vor. Doch gegen den Beschluss, die den Abriss dreier Wohngebäude einschloss, hatten fünf Bürger geklagt. Im Endeffekt ohne Erfolg: Spatenstich für das 10,5 Millionen teure Projekt war im Jahr 2002. Und am 15. Juli 2007 wurde die Trasse freigegeben. Die Bürger hatten allen Grund zur Freude: Endlich kehrte Ruhe ein in Wehlen.

Langen Atem bewiesen: Der Erfolg hat viele Väter und Mütter. Doch ohne eine gewisse Hartnäckigkeit geht nichts. Das kam bei der Eröffnung des Holzmuseums im Oktober 2000 zur Sprache. Beim Festakt ließ der damalige Morbacher Bürgermeister, Gregor Eibes, den langen Weg zum Museum Revue passieren. 20 Jahre und mehr seien vergangen von der Aktion „Museum im Koffer“ der Keimzelle des Ganzen, bis zur Eröffnung der Einrichtung, die die Ortsgruppe Morbach des Hunsrückvereins bis heute betreibt. 1,78 Millionen Mark hat das Museum gekostet, davon hat die EU rund 680 000, das Land 228 000 Mark und die Gemeinde Morbach 785 000 Mark finanziert.

Rückzug angekündigt: Walter Densborn, im 19. Jahr Bürgermeister der damaligen VG Manderscheid, kündigte im Oktober 2000 an, nicht mehr für das Amt zu kandidieren. „Ich halte es für richtig, den Platz zu räumen“, sagte der Verwaltungschef. Die Bürger der Verbandsgemeinde Manderscheid wählten am 6. Mai 2001 Wolfgang Schmitz zu ihrem neuen Bürgermeister.