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Vorbereitungen für Kröver Trachtentreffen laufen

Veranstaltung : Die Rückkehr des europäischen Gedankens Vorbereitungen für Kröver Trachtentreffen laufen

Das Kröver Trachtentreffen soll mit neuen Elementen aufgepeppt werden. Die Aufgabe der Organisatoren ist aber nicht leicht. Die Forderung nach einem Sicherheitskonzept erschwert die Arbeit zusätzlich.

  Der Wunsch nach mehr Völkerverständigung war 1953 der Ausgangspunkt für das Internationale Kröver Trachtenreffen. Das ist 69 Jahre später angesichts des Einmarschs russischer Truppen in die Ukraine aktueller denn je. Zwei Jahre lang hat Corona die Organisatoren des Festes gebremst. Nun wird die 67. Auflage geplant. Trotz mancher Routine: Einfach ist das nicht. Das hängt nicht nur mit der ungewissen Corona-Entwicklung und dem Krieg in der Ukraine zusammen.

Die Entscheidung, dass es für große Veranstaltungen ein Sicherheitskonzept geben muss, erschwert die Planungen zusätzlich. Der Festausschuss hat über den Sinn der Auflagen, über die der TV mehrfach berichtet hat und von dem die Kröver Organisatoren auch erstmals aus der Zeitung erfahren haben, ausgiebig diskutiert.

Da es aber ohne Sicherheitskonzept keine Erlaubnis für das Fest geben wird, hat der Ausschuss einen externen Experten, im Hauptberuf Sicherheitsberater beim TÜV, beauftragt, ein solches Konzept zu erstellen. Vier bis sechs Wochen wird das dauern, sagt Pia Leister-Dauns, die Leiterin der Tourist-Information. 4000 bis 7000 Euro werde es kosten. Jedes Jahr müsse es erneuert werden. Da man dann auf Erkenntnissen aufbauen könne, würden die Kosten aber geringer ausfallen.

Weil der Mitternachtslauf, ein weiteres Großereignis im Ort, das gleiche Terrain umfasse, könne das Konzept auch auf ihn ausgeweitet werden. Der Experte soll auch für alle anderen Veranstaltungen ein sogenanntes Durchführungskonzept erstellen. Kosten hier: 2000 bis 4000 Euro.

Für das große Kröver Fest gilt: Es muss in den nächsten Wochen alles Hand in Hand gehen, denn bis zum Beginn des viertägigen Festes am 30. Juni sind es keine 17 Wochen mehr. Hört sich nach viel Zeit an: Bevor das Konzept aber erstellt wird, muss ein Fragenkatalog abgearbeitet werden. Zudem kann das Konzept auch neue Forderungen enthalten.

„Es ist aber eine Absicherung für die Ausrichter“, sagt Pia Leister-Dauns. „Wir haben uns wahnsinnig viele Gedanken gemacht, die Durchführung sollte deshalb nicht am Konzept scheitern“, sagt die Ortsbeigeordnete Desire Beth, Leiterin des Festausschusses.

Die durch Corona erzwungene Pause soll auch etwas Gutes haben: Es wird Neuerungen geben – zum Beispiel beim zeitlichen Ablauf (der TV berichtete). Es gibt auch nur noch eine Bühne – die auf der Mosel schwimmende Plattform. Die soll verstärkt und mit einem Dach versehen werden und mindestens 60 Personen Platz bieten. Nach Gesprächen mit Ingenieuren seien keine größeren Probleme zu erwarten, sagt Beigeordneter Martin Rolf.  Auf der Bühne sollen nicht nur, wie bisher, die Tanzgruppen auftreten, sondern auch Bands ihren Platz finden.

Das Fest soll auch einen neuen Namen bekommen. Einem solchen hatte der Gemeinderat Ende 2021 auch schon zugestimmt: Wein- & Folklorefestival Kröv. Zwischenzeitlich hat aber eine Marketingagentur, die auch ein neues Logo konzipieren soll, einen anderen Namen ins Spiel gebracht: Colours of Culture. Frei übersetzt könnte das heißen: Vielfalt der Kulturen.

Der Festausschuss diskutiert darüber kontrovers: von völliger Ablehnung beider Bezeichnungen bis zum Beharren auf die vom Gemeinderat gewählte Bezeichnung. Das Marketingbüro soll sich Gedanken über einen anderen Namen machen. Ansonsten, so die Meinung, könne das Fest in diesem Jahr noch einmal unter dem Begriff Trachtentreffen firmieren.

Angesichts der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine regt Desire Beth an, „den europäischen Gedanken wiederaufleben zu lassen“. Sie selbst sei 1980 geboren. „Meine Zeit geprägt ist geprägt von Öffnungen“, sagt sie und erinnert daran, dass 2011 auch eine Tanzgruppe aus der Ukraine beim Kröver Trachtentreffen dabei war.