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Vorerst ist die Lage nach dem Hochwasser entspannt

Nach dem Hochwasser : Die Ursache für Flutschäden ist oft Treibgut

Nach Hochwasser und Starkregen: Die Feuerwehren im Landkreis sind auch für die nächste Extremwetterlage einsatzbereit. Kreisfeuerwehrinspektor Jörg Teusch mahnt an, die Ursachen für überflutete Ortschaften zu beheben.

„Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen“, scherzt der Gastronom Markus Reis über die Folgen des Hochwassers vom Dienstag. Das tut er mit ironischem Unterton: In seinem Hotel-Restaurant Zeltinger Hof in Zeltingen-Rachtig war der Keller überraschend schnell mit Wasser vollgelaufen. Reis filmte die Szenerie in Gummistiefeln für die sozialen Medien:

Das Wasser stand am Mittwochmorgen noch zentimeterhoch in dem weit verzweigten historischen Keller. Aufräumen mache erst Sinn, wenn das Wasser wieder vollständig abgelaufen sei, sagte Reis und merkt an, dass bei dem Pegelstand der Mosel normalerweise die Keller noch trocken bleiben.

Auch in den Nachbarhäusern habe es solche überraschenden Probleme gegeben. In vielen Orten im Landkreis liefen nach dem Dauerregen in der Nacht zum Dienstag die Keller voll. Am Mittwoch hatte sich die Wetterlage gebessert, für das Wochenende ist wiederum Sturm und Regen gemeldet.

 Dieser Prognose begegnet Kreisfeuerwehrinspektor Jörg Teusch mit Gelassenheit, als er dem TV gegenüber eine Bilanz zieht: „Wir arbeiten eine Lage nach der anderen ab. Die Pegelstände gehen wieder zurück und die Räumungsarbeiten an der Mosel laufen, die Keller werden leer gepumpt. Wenn es am Wochenende wieder Sturm gibt, dann ist das eine neue Lage.“

Die örtlichen Feuerwehren hätten die Situationen im Griff gehabt. Mit insgesamt 3000 Feuerwehrfrauen und -männern seien die Feuerwehrwachen einsatzbereit und auch entsprechend ausgerüstet. Bereits am Montag, 3. Februar, habe es fünf Einsätze wegen des Unwetters gegeben.

Am Dienstag, 4. Februar, sei es um 0.05 Uhr mit der Überflutung der Ortsdurchfahrt von Hetzerath losgegangen, weitere 20 Einsätze folgten bis 18.45 Uhr. „Das war aber noch keine Katastrophenlage, die Hochwasserstände hielten sich noch im Rahmen. Das war ein zweijährliches Hochwasserereignis. Es sind natürlich tragische Einzelfälle, wenn Keller volllaufen. Die überlaufenden Nebenflüsse in Hetzerath oder in Bitburg, die in trockenen Zeiten kaum wahrnehmbar sind, haben uns aber überrascht“, sagt Teusch. Oft sei die Ursache für überflutete Ortsdurchfahrten aber selbst verschuldet.

„Wenn Gitter vor den Kanälen montiert sind oder Brücken zu klein angelegt sind, kann sich dort Treibgut sammeln und das Wasser nicht mehr abfließen“, stellt der Kreisfeuerwehrinspektor fest und mahnt an, dass manche Ortsgemeinden nacharbeiten sollten, denn gerade die Gitter und Kanäle der kleinen Dorfbäche seien die eigentlichen Problembereiche. „Prävention ist besser als nachher das ganze Dorf leer zu pumpen“, sagt Teusch und verweist auf die Starkregen-Präventionsprogramme des Landes, an denen sich zum Beispiel die Stadt Wittlich beteilige. Mit solchen Maßnahmen könnten Katastrophenlagen schon im Vorfeld entschärft werden. Das könnte auch die Feuerwehren entlasten, deren Einsatzzahl sich ständig steigere. So habe es im Bereich Traben-Trarbach vor Jahren noch 90 Einsätze gegeben, im vergangenen Jahr waren es schon 150.

Infos zu Hochwasserschutzkonzepten: www.hochwasserschutz-konzept.de