Vorfreude auf Ufa-Schlager

WITTLICH. Sie sind längst zu wesentlichen Säulen der Kultur in der Kreisstadt geworden: Die Adventskonzerte von Alexa Spielmann-Sips, Sebastian Langner und Heinz Coen sind alljährlich ausverkauft. Zu Ostern zeigen sie die pfiffigere Seite ihres Repertoires.

Für alle drei zählt Musik zu den schönsten Dingen im Leben. Vielleicht verdienen sie gerade deshalb ihr Geld in anderen Berufen: Alexa Spielmann-Sips als Lehrerin, Heinz Coen als Speditionskaufmann, Sebastian Langner als Steinmetz. Was nicht heißt, dass sie im Bereich der Musik die Zügel schleifen ließen. Spielmann-Sips fährt bis heute regelmäßig nach Wiesbaden zu ihrem Gesangslehrer, den sie während ihrer Zeit als Stewardess kennen lernte. Das Singen behält seinen Stellenwert auch angesichts der beiden Kinder, die die junge Frau inzwischen hat. Ihre männlichen Kollegen bezeichnet sie als "Naturtalente": Sie müssen weniger Zeit für ihre Stimme beziehungsweise am Klavier investieren - sagt sie. Langner selbst antwortet uns, dass auch er eine Menge Zeit mit dem Singen verbringt. In diesem Jahr sei es ihm sogar ein bisschen viel geworden, gesteht er. Die Arbeit mit dem Europäischen Kammerchor macht sich nicht von allein. Er kam als letzter zu diesem Trio ohne Namen. Bisher wurden sie nicht fündig; welcher Name es auch sei, er würde die drei zu sehr auf eine Musikrichtung festlegen. Das möchten sie vermeiden. Besinnliches in der Adventszeit, Musical-Stücke im Hotel Bellevue, oder, wie nun zu Ostern, eine Hommage an die Stars und Sternchen aus der glorreichen Ära der Ufa-Filme: Es ist ein weites Feld, ihr Repertoire, und soll es bleiben. Im Hotel Bellevue hatte man sich Mitte der 90er Jahre zusammengefunden. Coen sprach zunächst Spielmann-Sips an, organisierte mit Matthias Ganter das erste Konzert zu zweit. Langner saß damals im Publikum. Beim nächsten Mal sei er mit dabei, hatten die beiden Debütanten, denen Langners Stimme aus dem evangelischen Kirchenchor bekannt war, orakelt. "Moment mal, ich bin Steinmetz!", lautete dessen spontane Reaktion. Wie gut für Wittlichs kulturelle Landschaft, dass die drei sich doch Ende der 90er-Jahre zu einem Benefiz-Konzert in der Synagoge hinreißen ließen. Das Geld kam damals der Stefan-Morsch-Stiftung zu Gute.Ursprünglich nur als Eintagsfliege gedacht

Es blieb nicht bei der Eintagsfliege, die die musikalische Zusammenarbeit ursprünglich sein sollte. Das alljährliche Adventskonzert ist längst Kult geworden. Als Programm-Manager fungiert Heinz Coen. Das ganze Jahr über sammelt er "Stoff" für kommende Konzerte. Eine Aufgabe, die sich zumindest für die Adventsveranstaltungen zunehmend schwierig gestaltet. Völlig freie Hand hatten die drei nun bei der Choreografie der beiden österlichen Evergreen-Abende. "Mir geht's gut, ich bin froh, und ich sag' dir auch wieso..." schmettert es bei den aktuellen Proben durch die Wohnung von Heinz Coen, gefolgt von einem spaßigen "Ich wollt', ich wär ein Huhn" und anderen Leckerbissen der deutschen Filmgeschichte. Die Freude, die sie ihren Zuhörern schenken wollen, empfinden sie jetzt schon: Beste Voraussetzungen also für die nächsten Konzerte des Trios ohne Namen. Termine: Ostersonntag, 16. April, und Ostermontag, 17. April, jeweils um 20 Uhr im Café am Markt. Sonntags ist ein Glas Sekt, montags ein Vier-Gang-Menü im Eintrittspreis inbegriffen. Karten im Café und an den bekannten Vorverkaufsstellen.