"Vorglüher" und "Taschentrinker"

Anlässlich der Morbacher Kirmes, die morgen beginnt, hat die Morbacher Kommunalpolitik im Vorfeld ein Maßnahmenpaket verabschiedet, damit das Großereignis möglichst störungsfrei über die Bühne geht.

Morbach. In den vergangenen Jahren kam es auf der Morbacher Kirmes zu allerlei Vorfällen: von Sachbeschädigungen bis hin zu Schlägereien. Tendenz steigend. Ein Hauptproblem sieht Axel Schmitt, Leiter des Ordnungsamtes, im zunehmenden Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei unterscheidet er vor allem zwei Gruppen: die "Vorglüher" und die "Taschentrinker".

Standbetreibern fehlt Geld in der Kasse



Mit dem Begriff "Vorglühen" bezeichnet Schmitt das Verhalten von vornehmlich jungen Leuten, die vor dem Kirmesbesuch bereits trinken, um an Ort und Stelle nichts mehr oder nur noch wenig zu konsumieren. Die "Taschentrinker" dagegen decken sich vorab mit alkoholischen Getränken ein, hauptsächlich Spirituosen, und bringen sie in Taschen oder Rucksäcken zum Ort des Geschehens. Das Ergebnis ist das gleiche: Die Betroffenen sind mehr oder weniger alkoholisiert.

Manche von ihnen provozieren laut Schmitt Auseinandersetzungen, die in Schlägereien enden. Außerdem gehen die konzessionierten Standbetreiber, die mit ihren Gebühren unter anderem die Musikbühnen finanzieren, leer aus, weist Gregor Eibes auf ein weiteres Ärgernis hin. Letzten Endes werde damit das örtliche Kirmeskonzept konterkariert.

Der Morbacher Bürgermeister appelliert deshalb an die Besucher des Rummels, diese Verhaltensweise zu unterlassen. Die Eltern von Jugendlichen werden gebeten, auf diese einzuwirken.

Doch ausschließlich auf Überzeugungskraft setzt die Kommunalpolitik nicht. Man verabschiedete im Vorfeld ein neues Sicherheitskonzept. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts: Es soll mehr Kontrollen geben als in den Vorjahren. Erstmals wird eine Sicherheitsfirma aus Riol engagiert, die in den Nachtstunden patrouilliert. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts werden an den Kirmestagen zu dritt an Ort und Stelle sein und wollen vor allem präventiv tätig sein. Auch das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, als Amtsleiter Schmitt allein im Einsatz war und bei einem tätlichen Angriff verletzt wurde.

Auch die Polizei ist gefordert. Der Kirmes- und Marktausschuss hat nach Angaben von Ortsvorsteher Hans Jung an die Beamten appelliert, möglichst viel Präsenz zu zeigen. Peter Werland, Chef der Polizeiinspektion Morbach, sagte verstärkte Streifenkontrollen zu.