Vorhandene Energiequellen nutzen

Zum Einsatz von Schneekanonen am Erbeskopf schreibt dieser Leser:

Ist unsere Konsequenz aus der von uns Menschen verursachten Erderwärmung allen Ernstes die, in Zukunft noch häufiger Schneekanonen, zum Beispiel am Erbeskopf, einzusetzen? Selbst als begeisterter Skifahrer, der regelnäßig gegen jede ökologische Einsicht die Hänge des Paznauntals und des Montafons unsicher macht, sage ich laut Nein! In der Region Trier sind wir Skifahrenden nun wirklich eine verschwindende Minderheit, die keinerlei Ansprüche an die Gesamtheit der Steuerzahlenden zu stellen hat. Genau das täten wir aber, wenn wir es gut hießen, große Mengen Wasser und Strom auf ihre Kosten und zu unseren Gunsten in Anspruch zu nehmen, um uns Pisten präparieren zu lassen, die die Natur uns zum Nulltarif nicht mehr bereitstellt. Ursprünglich waren Schneekanonen allenfalls zur Nachbesserung gedacht, was ja auch dem natürlichen Bodenwuchs zugute kam, indem die scharfen Kanten unserer Skier bei geschlossener Schneedecke Gras und Kräuter nicht wegrasierten.

Kunstschnee ohne natürliche Grundlage erscheint mir gleich aus mehreren Gründen problematisch. Die eigentliche Aufgabenstellung lautet: Welche praktischen Möglichkeiten haben wir, am Erbeskopf angemessen auf den Klimawandel zu reagieren? Die Sommerrodelbahn und die geplante phantasievolle Skulptur sind aus meiner Sicht ein guter Anfang, doch es muss noch mehr passieren! Übernachtungsmöglichkeiten in Holzbauweise, also urig und für Jung und Alt - zu Sozialtarifen! -, gehören in das Umfeld des "Hunsrückhauses", das intensiver genutzt werden könnte. In Akademien, Stiftungen, Waldprojekten geben die Besucher beim Feedback immer wieder an, das Wochenende oder ein paar Tage entspannnt in freier Natur verbringen zu können- fast unabhängig von der Jahreszeit. Die gering frequentierte Waldgaststätte wäre ohne großen Aufwand zu einer rustikalen Jugend- und Erwachsenenherberge, wie sie von zivilisationsflüchtigen Städtern gefragt zu sein scheint, umzubauen. Soziale Bedingungen und Geselligkeit sind längst keine Selbstverständlichkeit mehr; man muss sie regelrecht organisieren, wenn die Menschen dazu von sich aus in der Familie oder der Nachbarschaft nicht mehr in der Lage sind. Dass am Fuße des Bergs hervorragend gespielt, geforscht und so weiter werden kann, braucht kaum noch erwähnt zu werden.

Das Highlight aber wäre die alternative Energiegewinnung und -nutzung vor Ort: ein Verbundsystem, das beispielhaft werden könnte. Sonne, Wind und andere Energiequellen sind vorhanden.

Jürgen Adam, Deuselbach

Klimawandel

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