Vorsorge zum Schutz der Niere

Rund 34 Prozent aller Diabetiker in Deutschland sind heute dialysepflichtig. 28 Diabetespatienten einer Kirner Selbsthilfegruppe besuchten im September das Cusanus Krankenhaus Bernkastel-Kues, um mehr über die Zusammenhänge zwischen einer Diabeteserkrankung und der Nierenfunktion zu erfahren. Hilfe zur Selbsthilfe.

Bernkastel-Kues. (red) Dr. Jürgen Tönges, Leitender Arzt der Inneren Medizin des Cusanus Krankenhauses, begrüßte gemeinsam mit Jürgen Neugebauer, Verwaltungsleiter des KfH Nierenzentrums, und Dr. Bertil Oser von der Schwerpunktpraxis für Diabetologie und Nephrologie, die Selbsthilfegruppe in der Klinik, in der die ambulante und stationäre Versorgung nierenkranker Patienten vernetzt ist.

Diabetes, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen bilden oft einen teuflischen Kreislauf, erklärte Bertil Oser den angereisten Zuhörern. Dem engagierten Arzt ist es ein großes Anliegen, Wissen und Wege zur Vorbeugung einer Nierenerkrankung zu vermitteln. Pro Minute fließe etwa ein halber Liter Blut durch die Niere, betonte er, ein zu hoher Blutdruck belaste sie daher in besonderem Maße. Hier finden viele aktive Vorgänge der Ausscheidung und Entgiftung statt. Gefahren für die Niere lauerten zudem auch im Rauchen sowie einer zu fleisch-, also eiweißhaltigen Ernährung.

Auf den theoretischen Vortragsteil folgte ein Besuch in der Dialyse-Station der Klinik. Hier nutzten die Besucher die Möglichkeit, mit dialysepflichtigen Patienten ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen zu erfragen. Das Nierenzentrum im Cusanus Krankenhaus bietet Möglichkeiten zur Hämo- und zur Bauchfelldialyse an.

Zum Abschluss des Tages berichtete eine ehemalige Dialyse-Patientin der Gruppe von ihrer Krankengeschichte und der erfolgreichen Nierentransplantation vor sechs Jahren. "Es gibt viele Rädchen, an denen jeder drehen kann, um seine Niere zu schützen - drehen Sie an ihnen, Sie wissen jetzt, wie es geht" gab Oser der Gruppe abschließend mit auf den Heimweg.

Nähere Informationen zur Arbeit des KfH Nierenzentrums und der Schwerpunktpraxis gibt die Internetseite der Praxis unter www.verbund-krankenhaus.de.

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