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Vorstellung: Norbert Beier ist Küster in Bettenfeld und Manderscheid

Blumen, Kerzen, schöne Gewänder : Was macht eigentlich ein Küster? - Für Norbert Beier ist der Gottesdienst ein Fest der Sinne

Norbert Beier ist Küster in Bettenfeld und Manderscheid. Der Schuhmachermeister stammt aus Köln. Schon dort hat er Küsterdienste übernommen. Seit neun Jahren übt er dieses Amt in der Vulkaneifel aus.

„Mir sinn‘ hier nit im Kölner Dom“, das stellen die Bettenfelder immer wieder fest, wenn sie in ihre Kirche gehen. Dabei macht ihr Küster Norbert Beier es ihnen fast so schön wie dort. „Mir ist es wichtig, dass die Gottesdienste feierlich gestaltet sind, mit Blumen, Kerzen und dafür sorge ich.“

Aus Köln-Mülheim stammt der Mann, der seit 19 Jahren in Bettenfeld lebt und als „Auswärtiger“ das Küsteramt übernommen hat. „Ich bin gläubig erzogen worden und als Kind haben mich schon die Gegenstände in der Kirche, wie die Monstranz, der Kelch, die Messgewänder fasziniert.“ Nach seiner Kommunion ist er dann Messdiener geworden, hat dem Küster geholfen und als dieser ausgefallen ist, den Dienst übernommen.

Seine Zeit in Köln

15 Jahre war er in Köln-Buchheim Küster in der Pfarrei St. Theresia und hat dabei „Von Diakon bis zum Kardinal“, alles erlebt. „Viele Geistliche waren schon sehr speziell, da hat man wirklich alles gesehen, sehr fromme, sehr selbstdarstellerische, Pastöre, die alle anderen von ‚oben herab‘ behandelt haben, einige brauchten ein Schnäpschen vor der Messe und wieder andere waren ganz tolle Menschen, die ihren Gläubigen viel geben konnten.“ Details will er davon nicht preisgeben, aber einer der Pastöre, bei denen er lange Küster war, kam aus Ungarn und war bischöflicher Zeremoniar und Sekretär des Bischofs vom Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) in Ungarn. „Von ihm habe ich sehr viele für den Küsterdienst gelernt, er ist mir mit den Jahren ein wirklich guter Freund geworden“, erklärt Norbert Beier.

So wurde er in der Eifel zum Küster

In Bettenfeld hat ihn Abt Dr. Johannes Müller gebeten, den Küsterdienst zu übernehmen, nachdem Beiers Sohn dem Geistlichen erzählt hatte, dass sein Vater darin Erfahrung habe. „Vor mir haben das drei Damen verwaltet“, erklärt er. Anfangs sollte er den reinen Küsterdienst machen, dann kamen das Auf- und Zuschließen der Kirche und der Blumendienst dazu. „Am Anfang habe ich einiges umgestellt, da wurde genau hingesehen. Aber ich denke, es hat den Menschen hier im Ort, die ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Kirche haben, gut gefallen, was ich gemacht habe.“ Eine der Änderungen waren die Kerzen, von denen gab es jetzt echte Wachskerzen und keine mehr aus Plastik. Er hat sich bei Ebay umgesehen und neue Messgewänder günstig erstanden, manchmal auch mithilfe einer geschickten Dame aus dem Dorf aus zweien eins gemacht.

Baier führte Bräuche in Bettenfeld wieder ein

Auch um die Altardecken, den Kelch und die Schalen hat er sich gekümmert, damit zur Liturgie passende Utensilien da sind. „Die Liturgie ist ein Fest der Sinne, man soll sie sehen, hören, riechen und fühlen können. Dazu gehören für mich beispielsweise schöne Messgewänder.“ Als er schließlich seinen Küstertalar aus Köln in Bettenfeld eingesetzt hat, wurde er sogar Thema bei der örtlichen Kappensitzung. Doch das hat sich gelegt, denn die Bettenfelder haben erkannt, dass er ein Auge auf ihre Kirche hat, etwa indem er für neue Kissen unter den Altarschellen oder Weihwasserfläschchen zum Mitnehmen sorgt, den Kreuzweg wiederbelebt, mit den Kommunionskindern die Kirche erkundet oder den Brauch des Brunnenwasser-Weihens vor der Kirche wieder einführt.

„Man muss schon eine Grundeinstellung zur katholischen Kirche haben und sich mit den Regelungen und der Liturgie identifizieren, sonst ist man an der Stelle falsch“, erklärt er. Für die Zukunft hofft er, dass die Menschen auch nach Corona wieder zu den Gottesdiensten in ihren Kirchen zurückfinden. „Für viele ist es inzwischen sonntagmorgens mit einer Tasse Kaffee beim Fernsehgottesdienst auch getan“, meint er nachdenklich.