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VR-Bank Mosel-Hunsrück kann für Geschäftsjahr 2019 gute Ergebnisse vorweisen

Wirtschaft : Gute Zahlen, aber vielleicht doch keine Dividende

Die VR-Bank Mosel-Hunsrück kann für das Geschäftsjahr 2019 gute Ergebnisse vorweisen. Doch ob sie den Mitgliedern Gewinne ausschütten kann, ist fraglich.

Stolz blicken Klaus Born und Markus Bäumler, Vorstände der VR-Bank Hunsrück-Mosel, auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück „2019 war ein erfolgreiches Jahr. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, sagt Bäumler. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Genossenschaftsbank weist einen Überschuss von fast 1,9 Millionen Euro aus. Abzüglich der Rücklagen ergibt das eine Gewinnsumme von knapp 87 000 Euro, so dass der Vorstand den Mitgliedern der Bank auf der erst für Juni geplanten und jetzt für November angedachten Generalversammlung eine Dividende von fünf Prozent vorschlagen wollte.

Doch ob es tatsächlich dazu kommt, ist aufgrund der Corona-Pandemie unsicher. „Ob wir das im Herbst vorschlagen können, müssen wir anzweifeln“, sagt Bäumler. Denn die EZB (Europäische Zentralbank) erwarte von den Banken, dass diese aufgrund der Corona-Krise ihr Geld nutzen, um Risiken abzufedern.

 Zwar könne die Mitgliederversammlung eine Ausschüttung beschließen. Doch dann könne das Geldinstitut Probleme bekommen, wenn es aufgrund der Corona-Krise mit möglichen Geschäftseinbrüchen in Turbulenzen gerät. „Wenn wir Gewinne auszahlen, brauchen wir nicht um Hilfe zu bitten. Es wird erwartet, dass die Banken ihren Beitrag leisten“, sagt Born. „Wir wollen ausschütten, aber wenn die Bankenaufsicht Nein sagt, werden wir nicht können“, sagt Bäumler.

Hier sei der späte Termin der Generalversammlung von Vorteil: Dann könne man klarer sehen und die Risikolage besser überblicken. „Wir werden Unternehmen haben, die nach der Krise nicht wieder aufstehen“, sagt Born zu den Einschnitten, die höher seien als während der Finanzkrise 2008/2009. Sollte eine Generalversammlung auch im Herbst aus Corona-Gründen nicht stattfinden können, soll geprüft werden, ob diese in digitaler Form möglich ist. „Wir wollen das aber vermeiden, wenn es geht“, sagt Bäumler.

Wie sind die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr?

Die Anzahl der Genossen liegt seit drei Jahren bei mehr als 6300 und ist damit stabil, erläutert Born die wichtigsten Kennzahlen des Geldinstituts. Die Bilanzsumme beträgt 389,7 Millionen Euro, was einer Steigerung von mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

 Die Kundeneinlagen sind ebenfalls um rund drei Prozent gestiegen auf 319,3 Millionen Euro. Und das Kundenanlagevolumen hat sich gar um 7,8 Prozent vermehrt auf 537,4 Millionen Euro. „Ein solches Jahr hatten wir noch nicht“, sagt Born.

Etwas Sorge bereitet den beiden Vorständen das Kundenkreditgeschäft, das bei 175 Millionen Euro nahezu konstant geblieben ist und weniger als die Hälfte der Bilanzsumme bedeutet, was für eine Bank eher selten sei. Doch gebe das Geschäftsgebiet nicht mehr her, sagt Bäumler. „Wir haben hier relativ wenig Bau- und Gewerbegebiete“, sagt er. Born ergänzt, dass die Firmen, die investiert haben, das meist aus eigenen Mitteln gestemmt hätten. „Sie haben uns nicht gebraucht.“

Der Zinsüberschuss ist gegenüber 2019 leicht zurückgegangen auf 9,6 Millionen Euro. Die Vorstände gehen davon aus, dass der Zinssatz über längere Zeit niedrig bleibt. Die Provisionsüberschüsse – dahinter verstecken sich Gebühren und Provisionen auf Versicherungen und Wertpapiervermittlungen – seien hingegen um 12,5 Prozent auf 3,6 Millionen Euro gestiegen. Eine Folge guter Kundenberatung, sagt Bäumler. „Unsere Mitarbeiter sollen die Kunden ordentlich beraten. Deswegen verzichten wir auf Absatzziele.“