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Wachablösung am Dirigentenpult der Winzerkapelle Kinheim

Wachablösung am Dirigentenpult der Winzerkapelle Kinheim

Nach dem begeisternden Osterkonzert der Winzerkapelle Kinheim (der TV berichtete) gab deren langjähriger musikalischer Leiter Helmut Kaufmann bekannt, dass er ab sofort die Leitung des erfolgreichen Orchesters abgeben und sich in die zweite Reihe zurückziehen will. Helmut Kaufmann hat in den 43 Jahren seiner Dirigententätigkeit die Geschicke der Winzerkapelle entscheidend geprägt.

Kinheim. (khg) Wer geglaubt hatte, dass sich der rüstige Rentner ganz aus dem Musikerdasein zurückzieht, der irrte. Nach wie vor wird Helmut Kaufmann als Klarinettist der Stammkapelle angehören, aber deren Leitung hat er nunmehr an Dirigent Christian Vogt abgegeben. Für Kaufmann war es wichtig, dass sein Nachfolger aus den eigenen Reihen kommt und dass die bisherige musikalische Arbeit in Kinheim kontinuierlich weiterverfolgt wird. Kaufmann wird weiterhin den Nachwuchs ausbilden - ab August eine neue Gruppe von Jugendlichen - und im Bedarfsfalle die Vertretung von Dirigent Christian Vogt übernehmen.

Seine musikalische Laufbahn begann Helmut Kaufmann 1950 als Klarinettist. Bereits 1960 begann er an der Musikschule Heckler die Ausbildung zum Dirigenten, die er 1967 mit dem Dirigenten-Diplom abschloss. Ab 1960 kümmerte er sich um den Nachwuchs der Kinheimer Kapelle, war an der Kreismusikschule als Ausbilder tätig und übernahm das Amt des Kreisjugendleiters. Seine Liebe gehörte immer dem musikalischen Nachwuchs, den er in all den Jahren ausbildete und förderte. Helmut Kaufmann hat seit 1960 der Stammkapelle über 300 Jugendliche zugeführt. Vorsitzender Stefan Molitor: "Eine unbezahlbare Leistung für den Verein. Nur so hat ein Verein Zukunftsperspektiven". 1967 hatte der damalige Dirigent Hans Hoffmann sein Amt niedergelegt, und Helmut Kaufmann wurde zum Nachfolger erkoren. Er hatte damals die schwierige Aufgabe, aus den Resten der Stammkapelle und dem jugendlichen Nachwuchs eine Einheit zu formen, was ihm hervorragend gelang. Er stellte das Repertoire der Winzerkapelle auf volkstümliche Unterhaltungsmusik um, integrierte Gesangspassagen, und es gelang ihm, dass die Musiker wieder Spaß am Musizieren hatten.

Von den Verdiensten Kaufmanns zeugen zahlreichen Ehrungen. So erhielt er 1966 das goldene Ehrenzeichen als Kreisjugendleiter durch den Landesverband Hohenzollern, 1990 den Ehrenbrief für 40-jährige Mitgliedschaft in der Winzerkapelle Kinheim, im Jahre 2000 für 50-jährige Mitgliedschaft, im Jahre 2007 die Dirigentennadel in Gold mit Diamant für 40-jährige Dirigententätigkeit und beim diesjährigen Osterkonzert die seltene Ehrung für 60-jährige Mitgliedschaft im Verein. Für seine Verdienste um den Verein wurde Helmut Kaufmann beim Osterkonzert 2010 zum Ehrendirigent der Winzerkapelle Kinheim ernannt.