Waldbesitzer sprechen sich gegen Nationalpark aus

Waldbesitzer sprechen sich gegen Nationalpark aus

Die Pläne der Landesregierung, im Soonwald einen Nationalpark auszuweisen, stoßen auf Kritik beim Waldbauverein. Dessen Mitglieder wiesen zudem darauf hin, dass sich aus Holz mehr Energie gewinnen ließe als aus Windrädern.

Buch. Der Waldbauverein, in dem sich die privaten Waldbesitzer des Rhein-Hunsrück-Kreises organisiert haben, hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Buch heftige Kritik an den Plänen für einen Nationalpark Soonwald geübt.
Wolfgang Schuh vom Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz referierte zu Beginn der Tagung über die neuen forstlichen Aspekte der Landesregierung. "Den sozialen ökologischen Wandel gestalten", so umschreibt Umweltministerin Ulrike Höfken die Maßnahmen zur Energiegewinnung im Klimawandel. Sie befürwortet auf den bewaldeten Bergkuppen die Aufstellung sehr hoher Windräder, deren Flügel sich ungehindert über den Baumwipfeln drehen können.
Gleichzeitig betreibt Höfken verschiedene Veränderungen in der Gesetzgebung. Vom Naturschutz über Forst und Jagd bis zur Finanzpolitik gehen die Überlegungen, die aber in der Versammlung keine große Zustimmung fanden. Ein besonderes Reizthema war die Ausweisung eines Nationalparks im Soonwald. "Nicht ein Urwald, sondern die geordnete Forstwirtschaft zeichnet den deutschen Wald aus", waren sich die Waldbesitzer einig. "Holz als Brennmaterial ergibt mehr Energie als alle Windräder gemeinsam erbringen können."
Die ablehnende Haltung der Versammlung zur Stellung der Landesregierung in diesem Punkt war nicht zu überhören. Ein Mitglied nannte das Beispiel aus der Südpfalz, wo Staatssekretär Thomas Griese mit Trillerpfeifen und Buhrufen mundtot gemacht wurde.
Mit einem Bildvortrag ging Schuh auf die Verkehrssicherungspflicht im Privatwald ein. Der Wald müsse für jedermann zugänglich sein, was aber ist, wenn aus einer morschen Baumkrone ein Ast herausbricht und einen Wanderer trifft? Auch Beispiele aus der Rechtsprechung gaben keine eindeutige Antwort zu diesem Thema. Der Vorsitzende Berthold Schmidt sprach in seiner Fachkompetenz als Revierförster über den derzeitigen Holzmarkt und berichtete von durchgängig guten stabilen Preisen für alle Sortimente. Bei Neuanpflanzungen sollen sich die Waldbauern fachlichen Rat einholen und mehr auf die Standfestigkeit als auf zu schnellen Zuwachs achten.
Verein wächst


Der Verein hat keine finanziellen Sorgen und erfuhr im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs von 20 Personen. Richard Kapp, Vorstandsmitglied und Autor von inzwischen sechs erschienenen Romanen, wurde 2011 der Auftrag erteilt, aus den archivierten Unterlagen des Vereins eine Chronik zu verfassen.
Diese Schrift liegt inzwischen vor, sie ist ein Spiegelbild der veränderten Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten. Es waren wohl die schweren Stürme, die zu einem Umdenken in der Waldwirtschaft anregten. Weitere Themen - von der reinen Fichten-Monokultur zum Laubwald über die "Klumpenpflanzung" bis hin zum Mischwald mit der Douglasie - wurden auf der Versammlung diskutiert. Die Chronik wurde dabei an die Mitglieder kostenlos ausgegeben. Sie ist außerdem über die Geschäftsstelle des Waldbauvereins zu beziehen. red/RZ