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Wallfahrtskirche soll in Schuss bleiben

Wallfahrtskirche soll in Schuss bleiben

Ein Gerüst macht es deutlich: In Klausen wird am Gotteshaus gearbeitet. Über die Kosten des Vorhaben schweigt die Kirche. Der Dachstuhl muss überprüft werden, drei Gemälde wurden saniert. Dabei gab es eine Überraschung.

Klausen Sie ist alt, sehr alt. Knapp 520 Jahre ist die Wallfahrtskirche Klausen in ihren jüngsten Teilen. Da sind Bauarbeiten und bauliche Überprüfungen immer mal notwendig. Franz-Josef Wasser, Verwaltungsratmitglied erklärt: "In so alten Gebäuden muss in regelmäßigen Abständen die Baustubstanz geprüft werden. Die ist grundsätzlich in der Wallfahrtskirche top. Einige Dinge, wie Risse, die immer mal wieder auftauchen, weil die Kuppeln in Bewegung sind, wurden vor kurzem mit einem elastischen Material verschlossen."
Aktuell steht ein Baugerüst an der Ostseite der Kirche Richtung Piesport. Über das gelangen die Bauarbeiter auf den Dachboden, der über die gesamte Länge des historischen Gemäuers läuft. Bisher waren Teile davon nicht begehbar. Das ist aber notwendig, weil sich im Herbst Experten das Gebälk des Dachstuhls ansehen wollen, um zu prüfen, ob die Verstrebungen der Hölzer noch in einem guten Zustand sind. Pater Albert Seul: "Es ist noch der Originaldachstuhl aus dem Mittelalter, und da ist ein besonders sorgfältiger Umgang mit nötig."
Was an Kosten für die derzeitigen Arbeiten anfällt, und was die Kontrolle des Gebälks kosten wird, weiß der Pater nicht. "Wir sind ja noch ganz am Anfang der Arbeiten, ich kann noch nicht sagen, was da an Kosten auf uns zukommt, und ob wir vielleicht auch Zuschüsse bekommen können", so Pater Albert Seul.
Bei einem weiteren Projekt, das gerade abgeschlossen ist, die Restaurierung der drei Bilder des heiligen Augustinus, möchte der Pater die Höhe der Kosten nicht nennen. "Die Abschlussrechnung ist noch nicht da, und der Pfarrverwaltungsrat möchte nicht, dass Zahlen veröffentlicht werden", sagt der Priester. Auch die Rendantur in Wittlich kann sich dazu nicht äußern, da die Sachbearbeiterin momentan in Urlaub ist und die Kirchenbehörde im Gebäude umzieht, so dass man keinen Zugriff auf die Akten hat.
Nötig war die Restaurierung der Bilder, weil sie stark verrußt und die Rahmen in einem schlechten Zustand waren. "Besonders das Bild, das Augustinus als Bischof am Strand zeigt, war in einem miserablen Zustand", erklärt Seul. Im November wurden die Bilder nach Euskirchen geschickt, um dort gereinigt, mit neuen Spannrahmen gefasst und ausgebessert zu werden. Dabei gab es eine kunsthistorische Überraschung, denn zwei der Bilder, die das Überreichen der Ordensregeln an Augustinus und die Bekehrung des Heiligen zeigen, sind älter als gedacht. Bisher nahm man an, die Bilder seien aus dem 18. Jahrhundert und wurden dem Maler Louis Counet zugeschrieben. Jetzt wurde eine Signatur mit "Hueber 1697" gefunden. Pater Albert Seul sagt. "Das war bisher nicht bekannt. Die Fachwelt wird ihre bisherige Zuordnung der Bilder noch einmal überdenken müssen."Extra: DIE MESSEN UND PILGER IN ZAHLEN


In Klausen gibt es im Jahr rund 400 Messen, davon sind 150 Wallfahrtsmessen und 100 Andachten für Pilger. Die größte Wallfahrt war die Motorradwallfahrt mit 800 Besuchern. Eine weitere motorisierte Wallfahrt ist die Traktorwallfahrt, zu der im vergangenen Jahr 90 Traktoren angereist sind. Die Orte Wittlich, Dreis und die Pfarreiengemeinschaft aus Trittenheim gehören zu den größten Fußpilgergruppen. Den weitesten Weg haben Pilger aus dem Koblenzer Raum. Insgesamt sollen rund 100 000 Pilger pro Jahr den Ort besuchen. Wer die Kirchengemeinde bei der aktuellen Konservierung der Augustinerbilder finanziell unterstützen möchte, kann das mit einer Spende tun. Spendenkonto: Katholische Pfarrgemeinde Klausen, Stichwort "Augustinergemälde" IBAN DE3958751300066008020