Wandererlebnis der besonderen Art

Ein "Wander- und Klettererlebnis der besonderen Art" verspricht Lutz Reichardt aus Traben-Trarbach in seinem Entwurf für den "Franzosensteig", der auf den Spuren des Festungsmeisters Vauban vom Moselufer bis zur Hunsrückhöhe führen soll. Sein Projekt stellte er der "Gräfin Loretta Stiftung" vor.

Traben-Trarbach. Der französische Festungsbaumeister Vauban, der 1687 auf dem Trabener Königsberg mit dem Bau der Festung Mont Royal begann, wollte auch die auf der anderen Moselseite gelegene Grevenburg zu einer starken Vorfestung machen, um so den Mont Royal vor Angriffen aus dem Hunrück zu schützen.
STADT- GESCHICHTEN


Auf historischen Spuren sollen die Wanderer einmal den Berg erklimmen: Vom Moselufer über das Kriegerdenkmal zur Grevenburg bis zur sogenannten "Laterne", einem ehemals kleinen Fort auf dem Höhenzug. "Am Trarbacher Moselufer hat einmal ein Wehrturm gestanden", weiß Lutz Reichardt, Vorstandsmitglied im Verein Freunde und Förderer der Festung Mont Royal. Von dort könne der Waldweg zum Kriegerdenkmal eingeschlagen werden, wo sich zu Vaubans Zeiten der "Höllenturm" auf einem Felssporn befand. Vom Denkmal führt die in den Fels gehauene untere Franzosentreppe mit ihren 100 Stufen hinauf zur Grevenburg.
Das sogenannte "Hohle Fass" an der Grevenburg wurde einst durch eine in den Fels geschlagene Spindeltreppe überwunden. "Hier müsste ein neuer, sicherer Treppenaufstieg zum ersten Felsvorsprung geschaffen werden", sagt Reichardt. Von dort führt der Wanderweg über die in Resten noch erhaltene obere "Franzosentreppe" zum zweiten Felsvorsprung, dem grandiosen Aussichtspunkt der "Himmelspforte". Über einen schmalen Pfad geht es weiter hinauf zum Waldweg, der zur "Laterne" fortgesetzt werden könnte.
Reichardt schlägt vor, Informationen über die Entstehung der Stadt und des Mont Royal an den verschiedenen Stationen zu präsentieren. Wege, Treppen und Aussichtsplattform müssten durch Geländer und Handläufe gesichert und der Wanderweg zur "Laterne" noch eingerichtet werden. Wanderern biete sich die Möglichkeit, nicht den ganzen Weg zu gehen, sondern verschiedene Abstiegsmöglichkeiten ins Tal zu nehmen. Besonders begeistert ihn, dass der Klettersteig dem Gast so viele prächtige Ausblicke bietet.
Die Stiftung ist von Reichardts Konzept begeistert und will Geld für den Klettersteig bereitstellen.
"Wir warten jetzt auf das Okay der Stadt", sagt Geschäftsführer Berthold Fuhrmann. Überdies solle das Projekt durch Spenden mitfinanziert werden, der Stadt entstünden keine Kosten.
"Das muss in Ruhe beraten werden", sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus auf Nachfrage des TV. Im Moment habe man "den Kopf mehr als voll", und der Stadtrat habe keine Zeit dafür.Extra

Vorsitzender gibt Amt ab: Im November 2003 wurde in Traben-Trarbach die "Gräfin Loretta Stiftung" gegründet. Sie setzt sich für den Erhalt der 1357 erstmalig erwähnten Grevenburg ein, die heute als markante Ruine malerisch über Traben-Trarbach thront. Der aus Traben-Trarbach stammende und in München lebende Professor Manfred Heuser (Bild) war Vorsitzender der Stiftung. "Wir wollen die Burg nicht wieder aufbauen, sondern schützen, erhalten und pflegen", betont er im Gespräch mit dem TV. Aus gesundheitlichen und familiären Gründen muss er sein Amt jetzt niederlegen. Der Stiftungsrat reagiert mit Verständnis, bedauert aber zugleich das Ausscheiden Heusers. "Wir hoffen, dass wir bald einen geeigneten Nachfolger finden", sagt Geschäftsführer Berthold Fuhrmann. GKB