Wanderfamilien unter sich

Trotz des Dauerregens zur 30. Internationalen Volkswanderung des Sportvereins Morbach haben sich mehr als 400 Wanderer der zweiten Mittwochswanderung des Vereins angeschlossen.

Während die ersten Frühaufsteher noch trockenen Fußes bei der zweiten Mittwochswanderung des Morbacher Sportvereins starten, begleitet schon wenig später Regen die 30. Internationale Volkswanderung. TV-Foto: Ursula Schmieder

Morbach. (urs) "Wenn es in Strömen regnet, ist es am schönsten." Als Alfons Lieners das sagt, scheint der Himmel noch gnädig zu sein mit den Teilnehmern der zweiten Mittwochswanderung des Morbacher Sportvereins. Doch wenig später sieht es schlechter aus für die 30. Internationale Volkswanderung, der sich laut Richard Decker dennoch beachtliche 414 Wanderer anschließen. Denn die ersten Tropfen arten rasch zum Dauerregen aus. Einen passionierten Wanderer wie Lieners, der 95 Kilometer Anfahrt auf sich genommen hat, schreckt das aber nicht. Schließlich ist der Mann aus dem luxemburgischen Bettendorf jährlich an die 300 Mal zu Fuß unterwegs. Im vorigen Jahr haben er und Laurie Hoffmann bei 280 Wanderungen 5800 Kilometer zurückgelegt - jeder für sich natürlich. "Ich hab schon viele Schuhe mit ihm verlaufen", erzählt Hoffmann, die mit Lieners oft Marathonstrecken von 42 oder 50 Kilometern wandert.Jürgen Egler begnügt sich da mit kürzeren Routen von 30 Kilometern. Doch auch er ist jede Woche unterwegs: "Mehr als 50 geh ich aber nicht", sagt der Wanderer aus Scheuern, einem Ortsteil von Tholey/Saarland. Was ihn antreibt, ist unter anderem die Geselligkeit. "Das sind ja immer wieder die gleichen Leute, die man da trifft." Sein Begleiter Guido Jäckel bekräftigt: "Es gibt eine richtige Wanderfamilie - wenn man sich sonntags mal nicht sieht, vermisst man sich schon." Wen die Wander-"Sucht" gepackt habe, der stelle dafür sein ganzes Leben um. So seien etwa viele dabei, die das Rauchen eingestellt hätten. Davon abgesehen kenne sich ein Wanderer praktisch überall aus. Erika Emrich aus Heinzenhausen bei Lauterecken hat der Wander-Virus vor 29 Jahren gepackt. Ein Jahr zuvor hatte ihr Mann damit begonnen. Die Leute seien so nett, kommentiert sie ihr Durchhaltevermögen. Die beiden Saarländer bestätigen: "Im Hunsrück gehen wir gerne wandern." Allein schon wegen der guten Luft, aber auch wegen der schönen großen Wälder: "Das ist alles in Ordnung hier."