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Wanderung in Plein im Wittlicher Land: Viele Lupinen auf dem Weg

Streifzug im Wittlicher Land : Durch ein Meer aus violetten Blüten

Vor allem was die Botanik angeht, hat der Pleiner Wald einiges zu bieten. Fingerhut, Farne und Springkraut sprießen hier wie verrückt. Auf ihrem Streifzug erkunden unsere Reporter diesmal eine Strecke, auf der vorher schon Tausende wandelten.

Es ist schon etwas länger her, dass der Trierische Volksfreund zum TV-Wandertag eingeladen hat. Die Veranstaltung in Plein dürfte einigen Lesern dennoch in Erinnerung geblieben sein. Rund 1600 Besucher, so die damalige Schätzung, waren auf vier markierten Wegen unterwegs. Seinerzeit: ein Rekord. Wenn so viele Menschen gerne dort gewandert sind, kann die Gegend ja nicht ganz verkehrt sein, oder? Schauen wir doch mal.

Wir fahren von Wittlich aus durch das Dorf, lassen das Waldschlösschen links liegen und parken an der K 22, die nach Greimerath führt, am Waldrand. Schon zu Beginn des Wegs sehen wir mehrere Schilder. Und erkennen auch die Marker, die damals beim Wandertag die Richtung gewiesen haben.

Erkennbar sind sie an einer zünftigen Birne mit Wanderschuhen, feschem Hütchen, Rucksack und einem fröhlichen Lächeln. Sie weisen auf eine Besonderheit der Region hin, die Pleiner Birne, auch „Pleiner Bia“ genannt. Eine alte Obstsorte, die hier gedeiht und aus der sich auch Obstbrände brennen lassen.

Auf den Schnaps allerdings verzichten wir, zumindest heute. Denn es ist noch früh am Morgen. Und auch sonst lassen wir uns von den Birnen nicht irritieren — so nett sie auch lächeln mögen. Stattdessen suchen wir uns unsere eigene Route. Die Gefahr, dass die Tour dann chaotisch wird, ist schließlich auch ohne Alkohol im Kopf schon groß genug.

Zunächst folgen wir einem Weg, der nicht nur angenehm zu laufen ist, sondern auch Laub- und Nadelbäume links und rechts voneinander trennt. Ein paar Meter weiter endet der aber in der ersten Kreuzung, an der ein Schild in Richtung Schutzhütte zeigt. Und es tauchen auch wieder Birnen auf, eine rote und eine blaue. Wir aber biegen hier noch nicht links ab, sondern gehen noch ein Stück weiter.

Dabei entdecken wir ein großes Feld, auf dem wilder Fingerhut üppig blüht. Es ist ein wahres Meer der violetten Blüten und sicher eines der Highlights auf dieser Tour. Das nächste folgt aber schon kurz darauf: ein Ausblick über den Wald und ein Dorf, das daraus hervorschaut. Ein Teil von Plein vielleicht, Lüxem? Aus der Entfernung schwer zu sagen.

Bei der nächsten Gelegenheit jedenfalls gehen wir nach links. Wir kommen durch einen Wald, der vorwiegend von Nadelhölzern bestimmt ist. Und auch sonst vor Leben strotzt: Da sind Felder aus Farnen, die uns umgarnen. Und auch großes Springkraut, im Volksmund: Rühr-mich-nicht-an, sprießt hier aus dem Boden. Vom Fingerhut ganz zu schweigen.

Die Nadelbäume zu bestimmen, dafür reicht der eigene Sachverstand dann aber leider nicht aus. Also befragen wir die App PlantNet und siehe da: Es sind Douglasien. Wieder was gelernt.

Was uns das Programm hingegen nicht erklären kann, sind die seltsamen Auswüchse an den Borken der Bäume. Schwarze Geschwüre, aus denen irgendein Zeug tropft. Ein Pilzbefall oder ein Insekt, das sich eingenistet hat? Gesund jedenfalls sieht das nicht aus, vielleicht sollte sich das mal ein Förster ansehen.

Wir folgen dem Weg weiter. Nachdem wir insgesamt etwa zwei Kilometer gegangen sind, müssen wir uns wieder einmal zwischen links und rechts entscheiden. Wir gehen nach rechts und folgen dem Weg bis zur nächsten Gabelung. Dieses Mal gehen wir aber links, weil uns unser bekanntlich nicht besonders gut ausgeprägter Orientierungssinn sagt, dass dies der Weg zurück zum Auto sein muss.

Und offenbar hat uns unsere Wanderroutine schon etwas dazulernen lassen, denn wir gehen richtig und auch an der nächsten Kreuzung treffen wir mit dem Weg nach links eine gute Wahl. Und jetzt kommen wir auch an der Schutzhütte Plein vorbei. Dort ist, wenn nicht gerade ein tödliches Virus die Welt im Griff hat, am 1. Mai immer eine Menge los. Jetzt liegt die Hütte freilich verlassen da.

  Lupinen, so weit das Auge reicht: eines der Highlights auf dem Streifzug.
Lupinen, so weit das Auge reicht: eines der Highlights auf dem Streifzug. Foto: TV/Christian Altmayer

Nach etwa vier Kilometern kommen wir entspannt zum Auto zurück. Der Weg hat uns nicht viel abverlangt, die Steigungen sind moderat. Kein Extremsport. Für einen kurzen, morgendlichen Streifzug aber eignet er sich perfekt.