Warten auf Wärme und Sonne

TRABEN-TRARBACH/BERNKASTEL-KUES. Auch die Mosel-Schifffahrtsunternehmen leiden unter der nass-kühlen Witterung. Die ersten August-Wochen lockten weit weniger Gäste auf die Fahrgastschiffe als sonst.

August, September und Oktober sind die besten Monate für die Reeder der Mosel-Fahrgastschiffe. Dann sind die meisten Gäste an der Mosel, dann wollen viele die herrliche Landschaft und die beschaulichen Dörfer vom Schiff aus betrachten. Doch der Beginn der Hauptsaison fiel buchstäblich ins Wasser. Der Rekordhitze im Juli folgte trübes, zum Teil nasskaltes Wetter. Nicht die besten Voraussetzungen für die Schifffahrtsunternehmen. Nikolaus Kolb von der Firma Personenschifffahrt Gebr. Kolb OHG musste in den vergangenen zwei Wochen Einbußen hinnehmen. Kolb: "Die Hitze im Juli hätten wir besser jetzt." 17 Schiffe fahren für Kolb auf der Mosel und am Rhein. Kaum eine andere Branche ist so vom Wetter abhängig. Doch noch kann die Saison positiv enden. Die wichtigste Zeit hat für die Reeder gerade erst begonnen. Mit Blick auf die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist Kolb zuversichtlich: "Es sind genug Gäste da, wenn es wieder wärmer wird, kommen die auch aufs Schiff."Flaute während der Fußball-WM

Am besten frequentiert sind die Schiffe, die um Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Cochem fahren. Vor allem die ausländischen Gäste, an erste Stelle die Niederländer und Belgier, so Kolb, seien die treuesten Kunden. Auch Dirk Danielmeier, Inhaber der Unternehmens "Mosel-Schiffs-Touristik Hans Michels" in Bernkastel-Kues, hofft jetzt auf einen schönen Spätsommer und Herbst. Danielmeier: "Der Betrieb auf unseren Schiffen war bisher wie das Wetter - durchwachsen." Sechs Schiffe fahren unter der Michels-Flagge, hauptsächlich von Bernkastel-Kues nach Traben-Trarbach, beziehungsweise nach Trittenheim. Das heiße Wetter im Juli war eher gut für die Reeder, meint Danielmaier, negativ habe sich hingegen die Fußball-WM ausgewirkt. Danielmeier: "Mit dem Ende der WM ging es bei uns erst richtig los." Am Wetter können die Reeder nichts ändern, hingegen ärgern sie sich über ein Problem, das aus ihrer Sicht hausgemacht ist. Nikolaus Kolb: "Es kann nicht sein, dass die Fahrgastschiffe immer noch zu lange vor den Schleusen warten müssen. Der Schleusentakt funktioniert hinten und vorne nicht. Es wird höchste Zeit, dass sich auch der Fremdenverkehrsverband mit diesem Missstand auseinander setzt."