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Warum die Wetterfrösche wieder einladen

Warum die Wetterfrösche wieder einladen

Es gibt Meldungen, die liest man zweimal: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) lädt zum Tag oder Offenen Tür an der Deuselbacher Wetterstation ein. Und dass, obwohl die bemannte Station des DWD in Deuselbach im Mai 1998 geschlossen wurde.

Deuselbach. Die Ortsgemeinde Deuselbach will die ehemalige DWD-Wetterstation erwerben. Der Gemeinderat hatte Anfang vergangenen Jahres beschlossen, die Immobilie inklusive der benachbarten Außenstelle des Umweltbundesamts (UBA), die seit 2004 ebenfalls nicht mehr in Betrieb ist, anzukaufen.

Dennoch soll am Samstag bei der Wetterstation ein Tag der Offenen Tür stattfinden. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft existiert inzwischen eine so genannte "unbemannte" Einrichtung des DWD. Dort werden unter anderem Niederschlag, Sonnenstunden, Globalstrahlung, Wind und Temperatur gemessen. Dieses automatische Messfeld soll am Samstag der Bevölkerung vorgestellt werden.

Experten des nationalen Wetterdienstes beantworten den Besuchern Fragen zum Wetter und Klima. Tage der offenen Tür fanden früher öfter statt, erinnert sich Reinhard Manz vom Deutschen Wetterdienst, der in Personalunion auch Bürgermeister von Deuselbach ist. Insbesondere der längst verstorbene Karl-Josef Rumpel vom benachbarten Umweltbundesamt hatte eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben, erinnert er sich.

Zu dessen Veranstaltungen seien teilweise mehr als tausend Besucher gekommen. Doch das sei lange her. Mit einem so großen Zuspruch rechnet Manz nicht.

Der Deutsche Wetterdienst betreibt laut Norbert Trost von der Regionalen Messnetztruppe des DWD deutschlandweit 179 hauptamtliche Stationen - darunter die in Deuselbach, lediglich 100 von ihnen sind bemannt. Der Trend zum Automatisieren hat auch vor den "Wetterfröschen" nicht halt gemacht. Hinzu kommen rund 1900 nebenamtliche mit Personal besetzte Stationen, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden. Auch für sie ist der Termin interessant. Am Sonntag werden im Deuselbacher Haus des Gastes Schulungen für rund 40 Beobachter angeboten. Für zusätzliche Wetterdaten sorgen 16 Wetterradarsysteme sowie Wetterballons. Auch die Dienste von Satelliten werden in Anspruch genommen.

In wenigen Tagen wechselt das Gebäude den Besitzer



Nach Angaben von Manz sind die Kaufbemühungen für beide Immobilien - Wetterstation wie UBA-Außenstelle - weit fortgeschritten. In wenigen Tagen soll bereits der Notartermin sein. Die Gebäude inklusive 3400 Quadratmeter Grundstück werden dann aus der Zuständigkeit der Bundesanstalt für Immobilien für 14 500 Euro in den Besitz der Ortsgemeinde übergehen. Für die Wetterstation als Vereinsheim interessiert sich der Deuselbacher Skiclub. Über die Nutzung der UBA-Außenstelle müsse der Gemeinderat noch entscheiden. Das automatische Messfeld ist davon nicht berührt.

Interessierte werden am Samstag, 25. Oktober, von 13 bis 16.30 Uhr in die automatische Mess-Station im Römerkirch eingeladen. Sie liegt zwischen Deuselbach und Rorodt.