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Warum warten Registrierte teils lange auf eine Impfung gegen Corona?

Corona-Imfpung : Der lange Weg von der Registrierung bis zum Termin

Ein fast 70-jähriger Wittlicher, der sich vor einem Monat für eine Impfung registriert hat, kritisiert die lange Wartezeit. Der TV hat nachgefragt.

Seit Wochen registriert, aber noch keinen Impftermin: Der Wittlicher Heinrich Siegler wartet seit rund einen Monat auf eine Impfung. „Ich werde im Juni 70 Jahre alt, habe keine Vorerkrankungen. Damit liege nach meinem Verständnis im oberen Bereich der Priorisierungsgruppe 3“, wendet sich Siegler an den TV. Am 6. April habe er sich online für einen Impftermin registriert und eine Vorgangsnummer bekommen – bisher aber noch keinen Termin für eine Impfung im Landesimpfzentrum in Wittlich. Im Gegensatz zu anderen. Er kenne Fälle, so schreibt er, bei denen Menschen mit knapp über 60 Jahren ohne Vorerkrankungen beim Arzt oder im Impfzentrum geimpft worden seien, Angestellte eines Steuerbüros hätten innerhalb von zehn Tagen einen Impftermin bekommen. „Um nicht missverstanden zu werden, ich gönne jedem, der es geschafft hat, einen Termin zu ergattern, seine Impfung.“ Die Reihenfolge der Terminvergabe vonseiten des Landes versteht er allerdings nicht.

Ist es denn normal, dass Registrierte mehrere Wochen auf einen Termin warten? Landesweit lasse sich eine durchschnittliche Zeitspanne nicht ermitteln, heißt es auf TV-Anfrage aus Mainz. Insgesamt handele es sich bei der Terminvergabe und -planung „um ein komplexes und dynamisches System“, in dem zahlreiche unterschiedliche Komponenten berücksichtigt werden müssen. „Die Terminvergabe ist abhängig von der Auslastung des jeweiligen Impfzentrums, der Priorisierung und des Zeitpunktes der Registrierung sowie der Größe des zur Verfügung stehenden Impfstoffkontingents“, heißt es vonseiten des Gesundheitsministeriums auf TV-Nachfrage.

Zu beachten sei dabei, dass es auch bei zeitnaher Registrierung verschiedener Personen zu einem zeitlichen Verzug der Terminbestätigungen und letztendlich der Termine kommen könne. „Mehrere Tausend Personen pro Tag nutzen die Registrierungsmöglichkeit. Das bedeutet, dass selbst bei nahezu gleicher Uhrzeit eine deutlich unterschiedliche Terminierung stattfinden kann.“

Die Vergabe der Termine erfolge  nach der in der Bundesimpfverordnung festgelegten Reihenfolge der Priogruppen, eine Abstufung innerhalb dieser Gruppen gibt es im Regelfall nicht. Einzige Ausnahme: die bereits registrierten Lehrer der weiterführenden Schulen, die bis Mitte Mai ihre Erstimpfungen erhalten sollen. Es kann also sein, dass ein 61-Jähriger vor einer 69-Jährigen, beide aus Priogruppe 3, geimpft wird.

Zudem könne es wegen der „teils gravierenden regionalen Unterschiede“ dazu kommen, dass mancherorts in den Impfzentren bereits Menschen aus der Priogruppe 3 geimpft würden, da es keine Wartenden aus den beiden vorangegangenen Gruppen gebe, was sich durch aktuelle Registrierungen wieder ändern könne: „Allein in den vergangenen Tagen haben sich noch mehrere Zehntausend Menschen der Priorisierungsgruppen 1 und 2 registriert“, teilt das Land mit. Das bedeutet länger warten für Menschen aus der Priogruppe 3. Das Positive: Aus der ersten Priorisierungsgruppe sind in Rheinland-Pfalz bereits fast alle Registrierten zumindest einmal geimpft (siehe Info). Möglich ist auch, dass Impfwillige über die „Nachrückerlisten“ kurzfristig einen Termin im Impfzentrum angeboten bekommen (wir berichteten).

Auf die Terminvergabe für Impfungen durch niedergelassene Ärzte hat das Land keinen Einfluss.