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"Was einer nicht schafft, schaffen viele"

"Was einer nicht schafft, schaffen viele"

Der Vorstand der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank Wittlich legt den Geschäftsbericht vor. Die Bilanzsumme ist gestiegen, es gibt keine Filialschließungen, aber die Zinspolitik macht Sorgen.

Wittlich "Es gibt ein paar Wolken am Horizont, aber auch Lichtstrahlen", sagt Vorstandssprecher Michael Hoeck beim Bilanzpressegespräch der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank in Wittlich. Damit spielt Hoeck auf die immer noch andauernde Null-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank an.
Immerhin gelinge es noch, die Weitergabe der Negativzinsen an die Kunden zu vermeiden. Dadurch sei den Banken in Deutschland ein Ertragsschaden von insgesamt 1,1 Milliarden Euro entstanden. Dem komme man aber mit dem Geschäftsmodell der Volks- und Raiffeisenbank entgegen. "Nicht sexy, aber solide - so ist unser Geschäftsmodell, das die Bank als Transmissionsriemen für die regionale Wertschöpfung vorsieht - und das seit 150 Jahren," sagt Hoeck.
Das Prinzip der Genossenschaft sei nach wie vor auf Nachhaltigkeit und Stabilität ausgerichtet. Das zeige auch der Geschäftsbericht, der einen Anstieg der Bilanzsumme um 17 Millionen auf 879 Millionen Euro ausweise.
Den Personalbestand von 210 Mitarbeitern habe die Bank halten können. Darunter sind 16 Auszubildende, die auf die 16 Filialen der Bank verteilt sind. Pläne, Filialen zu schließen, gebe es nicht. Die Filiale in Traben-Trarbach werde in diesem Jahr beispielsweise mit einem sechsstelligen Betrag renoviert. Freilich könne man kein Versprechen auf ewig geben, alle Filialen zu halten. Es komme immer darauf an, wie stark sie ausgelastet seien. Hoeck: "Den Schlüssel dazu hat der Kunde in der Hand".
Bereits im Januar hätten 100 neue Kunden den Weg zur VVR-Bank gefunden, vornehmlich aus Bausendorf, Kröv und aus Wittlich.
Immer populärer werde die VR-BankCard Plus, eine besondere Kundenkarte, mit der es Einkaufsvorteile in Form von Rabatten in Restaurants, im Einzelhandel und bei weiteren Anbietern gebe. Positiv habe sich auch die Crowdfunding-Plattform in den sozialen Netzwerken entwickelt, mit der derzeit das Projekt Skatepark Traben-Trarbach finanziert werde. Die Idee: Auf jede Spende ab fünf Euro legt die VVR-Bank noch fünf Euro dazu. Hoeck: "Das passt super zu unserem genossenschaftlichen Gedanken: Was einer nicht schafft, schaffen viele."AUSGABEN FüR KULTURELLE VERANSTALTUNGEN


Extra

Im Jahr 2016 hat die VVR-Bank 1,2 Millionen Euro Gewerbesteuer überweisen. Damit bleibe die Wertschöpfung unmittelbar in der Region, erklärt Vorstandssprecher Hoeck. 160 000 Euro wurden für Spenden, Sponsoring und kulturelle Veranstaltungen bezahlt. Die Immobilienabteilung der Bank habe 69 Liegenschaften, teils gewerblich, teils privat, mit einem Wert von 8,5 Millionen Euro vermittelt. Die Mitgliederzahl der Genossenschaft ist auf 20 519 gestiegen. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent. Die Einlage beträgt 50 Euro.