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Was tun, wenn das Wasser im Keller steht? Hochwasserprävention an der Mosel

Krisenvorsorge : Was tun, wenn das Wasser im Keller steht?

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues startet eine Vorsorgekampagne zum Thema Extremwetterlagen. Anwohner können sich dazu beraten lassen, wie sie sich am besten schützen.

Immer häufiger kommt es zu sogenannten Starkregenlagen, bei denen in kurzer Zeit eine Gewitterzelle entsteht und auf einem begrenzten Gebiet sehr viel Niederschlag fällt. Dabei kann es vorkommen, dass die Kanalisation es nicht mehr schafft, die Wassermengen zeitnah abzuleiten und in der Folge stehen dann manche Keller unter Wasser. Zudem werden Straßen durch Schlamm- und Geröllabgänge verschmutzt und unbrauchbar gemacht.

Das Land Rheinland-Pfalz fördert deshalb Präventionsprogramme, die Bürger über Vorsorgemaßnahmen informieren. Auch in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues ist das Projekt gestartet. Wolfgang Hauth von den Verbandsgemeindewerken erklärt im Gespräch dem TV, dass alle 23 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde inklusive der Stadt Bernkastel-Kues an dem Projekt beteiligt sind, das von zwei Ingenieurbüros realisiert wird.

„In der Regel gibt es zuerst eine Ortsbegehung mit der Feuerwehr“, so Hauth. Da die Feuerwehren aus vergangenen Extremwetterlagen Erfahrungen haben, können so Punkte ausfindig gemacht werden, an denen sich zum Beispiel das Wasser besonders schnell staut. Anschließend werden die Bürger in Gesprächen und Workshops beteiligt. „Das machen wir mit Corona-Abstand in Gruppenarbeit,“ sagt Hauth.

Dabei könne auch die Starkregengefahrenkarte des Landes genutzt werden, in der bereits problematische Stellen markiert sind. Klar sei, dass nicht alle Problembereiche gelöst werden können. „Einen so großen Kanal für Starkregen kann man gar nicht bauen,“ sagt Hauth. Es gehe aber auch darum, zu erklären, dass man manches bereits im Vorfeld abwenden kann. So mache es zum Beispiel Sinn, bei einem Starkregenereignis die Terrasse leerzuräumen und dort keine Stühle oder Tische stehen zu lassen, die nachher einen Bachlauf verstopfen könnten.

Vor allem Ortsgemeinden in Tallage seien betroffen, dazu zähle zum Beispiel Lieser, wo der gleichnamige Fluss in die Mosel mündet. Dort sammle sich besonders viel Wasser. Aber auch Dörfer auf der Höhe können von einem Starkregen überrascht werden, vor allem bei ausgetrocknetem Boden. So sei es zum Beispiel in Longkamp im Sommer zu einer Starkregenlage gekommen.

Etwas besser voraussehbar sei die Situation bei Hochwasser, da dieses langsam ansteige und man rechtzeitig Maßnahmen ergreifen könne.

Insgesamt sei es nicht möglich, jeden Schaden abzuwenden, aber ihn zumindest zu minimieren.

Informationen und Termine gibt es im Internet unter www.hochwasserschutz-konzept.de