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Was tun, wenn die Tonne stehen bleibt?

Was tun, wenn die Tonne stehen bleibt?

Viele TV-Leser - besonders aus dem Raum Morbach - haben sich darüber beschwert, dass die Blauen Tonnen wegen des Wintereinbruchs nicht abgefahren wurden. In Büdlich sind auch die Restmülltonnen stehen geblieben. Der Zweckverband A.R.T. bezieht dazu Stellung.

Büdlich/Trier. Seit Januar 2017 ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) für die Müllentsorgung im Landkreis Bernkastel-Wittlich zuständig. Erstmals gibt es nun auch im Landkreis blaue Tonnen für die Sammlung und die Abfuhr von Papiermüll. Bei der Premiere des neuen Systems hat es in den vergangenen Wochen gehakelt. Wegen Eis und Schnee konnten die Blauen Tonnen in manchen Orten im Raum Morbach nicht abgefahren werden (der TV berichtete mehrfach). Ortsbürgermeister Jörg Schönenberger aus Büdlich berichtet, dass in seinem Ort auch die Restmülltonnen nicht entleert wurden. Auch er hatte Mühe, bei der in den vergangenen Tagen überlasteten Hotline der A.R.T. durchzukommen. "Den Morbachern machen blaue Tonne und Gelbe Säcke Sorgen, den Büdlichern macht die Restmüllentsorgung Kummer", sagt Schönenberger. Früher sei die Müllabfuhr im Ort nie ein Problem gewesen, auch wenn es Steigungen und enge Kurven in dem Dorf gibt, das in einem Hang liegt. Inzwischen habe er aber mit dem A.R.T. eine Lösung gefunden - der Restmüll wird zeitnah abgefahren. Aber auch in vielen anderen Orten herrschte Ratlosigkeit, wann die Tonnen wieder abgefahren werden. Der Zweckverband A.R.T. beantwortet die wichtigsten Fragen:In welchem Zyklus werden die Gelben Säcke, die Blauen Tonnen, die Restmülltonnen geleert?Restabfalltonnen werden alle zwei Wochen geleert; Gelbe Säcke und Papierabfälle (Blaue Tonne) werden alle vier Wochen eingesammelt.Was passiert, wenn Gelbe Säcke, Blaue Tonnen oder/und Restmülltonnen aus Witterungsgründen nicht abgeholt werden können?Dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) und den beauftragten Entsorgungsunternehmen sind die Straßen und Orte bekannt, in denen die Abfallsammlung aus Witterungsgründen ausgefallen ist. Dort dürfen bei der nächsten regulären Abfuhr Abfälle, die nicht mehr in die vollen Tonnen passen, in geeigneten Behältnissen - wie handelsüblichen Kunststoffsäcken für Restabfälle oder Papiersäcken und Kartons für Papierabfälle - ausnahmsweise hinzugestellt werden.Dürfen grundsätzlich (also nicht nur wie im akuten Fall) zusätzliche Papierbündel neben die Blaue Tonne gelegt werden ?Nein, seit Einführung der Blauen Tonne zur Altpapiersammlung, welche auf einem Beschluss des Kreistags Bernkastel-Wittlich aus dem Jahr 2015 beruht, werden nur die in der Tonne entsorgten Papierabfälle eingesammelt; zusätzlich bereitgestellte Papiermengen können nicht mehr mitgenommen werden.Warum ist es nicht möglich, dass die Abholung liegengebliebener Gelber Säcke/Blauer Tonnen/Restmülltonnen zu einem späteren Zeitpunkt, etwa am Samstag, erfolgen kann - wie ist die Lage bei feiertagsbedingten Ausfällen (z.B. Ostermontag)?Nach Auskunft der mit der Entsorgung beauftragten Unternehmen können - trotz unserer Hinweise auf die Probleme, die liegen gebliebene Abfälle verursachen - die aufgrund der Witterungsverhältnisse ausgefallenen Touren aus Kapazitätsgründen nicht nachgefahren werden. Die feiertagsbedingten Ausfälle sind vorhersehbar und werden schon bei der Tourenplanung im Vorjahr für das ganze nächste Jahr berücksichtigt.Dürfen die Tonnen/Papierbündel/Gelbe Säcke/Restmülltonnen am Straßenrand stehen bleiben, wenn sie nicht abgefahren wurden?Nein, aus Gründen der Verkehrssicherung müssen die Abfälle gemäß Paragraf 14 Absatz 6 der Abfallsatzung des A.R.T. nach einer ausgefallenen Tour noch am selben Tag wieder von der öffentlichen Verkehrsfläche weggenommen und auf das Grundstück zurückgebracht werden. Geschieht dies nicht, kann eine Ordnungswidrigkeit vorliegen.Wo kann man überschüssigen Müll abgeben?Grundsätzlich besteht die Möglichkeit Papierabfälle und Gelbe Säcke kostenfrei im Entsorgungszentrum Sehlem (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.30 bis 17 Uhr, Samstag von 8.30 bis 12 Uhr), im Entsorgungs- und Verwertungszentrum Mertesdorf und auf dem A.R.T.-Wertstoffhof in der Metternichstraße 35, Trier (Öffnungszeiten Mertesdorf und Trier: Montag bis Samstag 8 bis 16 Uhr) abzugeben. Wie kann es sein, dass der A.R.T. für Papier Erlöse erzielen kann, es aber trotzdem liegen lässt?Die zusätzlich bereitgestellten Papiermengen können aufgrund der Beschaffung der Abfallsammelfahrzeuge nicht mitgenommen werden. Die Öffnung bei den verwendeten Schüttungen ist nur schwer erreichbar, sodass es aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht möglich ist, das Papier von Hand einzuwerfen. Die Blauen Tonnen wurden bei den übrigen Verbandsmitgliedern, der Stadt Trier und den Landkreisen Trier-Saarburg, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel, bereits vor Jahren als Sammelbehälter für Papierabfälle eingeführt. Die Erlöse aus der Papiervermarktung fließen direkt in den Gebührenhaushalt der einzelnen Verbandsmitglieder. Warum ist der Abfall in der Vergangenheit nicht so häufig wegen Schnee und Eis stehen geblieben wie aktuell?Der Landkreis Bernkastel-Wittlich trat dem A.R.T. bereits zum 1. Januar 2016 bei. Die bestehenden Entsorgungsverträge mit den beauftragten Unternehmen wurden dabei übernommen. Auch in diesem Jahr fährt das Entsorgungsunternehmen Veolia im Landkreis Bernkastel-Wittlich wie in den Vorjahren. Der A.R.T. steht in engem Kontakt mit dem Entsorgungsunternehmen und stimmt sich immer wieder wegen der ausgefallenen Touren ab. Doch auch Veolia meldet, dass dieser Winter besonders schwierig ist. Gleichzeitig versichern sie, dass die erfahrenen Fahrer alles versuchen und die Sammlung der Abfälle nur im äußersten Fall nicht fortführen.Ist der A.R.T. auch für Gelbe Säcke zuständig?Nein, die Verträge zur Sammlung der Gelben Säcke werden durch die Betreiber des Dualen Systems Deutschland an die Entsorgungsunternehmen vergeben. Der A.R.T. informiert lediglich aus Servicegründen über die Abholtermine der Gelben Säcke. Bei ausgefallenen Touren oder anderen Reklamationen bezüglich der Gelben Säcke hat der A.R.T. keine Handhabe.Extra

Der frühere Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier, dessen Zuständigkeitsbereich die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg umfasste, wurde 2016 zu einem regionalen Verbund mit den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel erweitert. Das Entsorgungsgebiet des neuen Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier umfasst 5000 Quadratkilometern. hpl