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Was wurde aus den Plänen für Wittlich: Vom Projekt Hallenbad bis zum Kinowunsch

Was wurde aus den Plänen für Wittlich: Vom Projekt Hallenbad bis zum Kinowunsch

Was ist von den Schwerpunkten, die Wittlichs politischen Fraktionen und Gruppierungen nach der Sommerpause setzen wollten, noch in Arbeit? Die Winterpause endet mit der ersten Stadtratssitzung 2016 nach Aschermittwoch. Der TV hat nachgeschaut, was bis dahin noch ruht oder auch nicht.

"Vom Lieserufer übers Schwimmbad bis zur Innenstadt": So titelte der TV zur Umfrage bei der Lokalpolitik nach der Sommerpause, in der alle von CDU (14 Sitze), SPD (acht Sitze) über Grüne (vier Sitze) bis FWG (drei Sitze), FDP (zwei Sitze) und Die Linke (ein Sitz) zu Wort kamen. Was hat sich seither getan? Der Faktencheck zeigt: Einiges ist ins Rollen gekommen, anderes war eher heiße Luft und ist nie mehr erwähnt worden, vieles ist noch in Arbeit.

"Strukturelle und konkrete Verbesserungen im Personennahverkehr zur Sicherung der Mobilität für unsere Bürger" hat sich unter anderem Die Linke, auf die Fahne geschrieben. Passiert ist in dieser Hinsicht erkennbar nichts. Das mag auch gelten für die "Optimierung unseres Stadtbusses", für das sich die Grünen einsetzen wollten. Bei den Wittlichern ist jedenfalls noch keine Optimierung bekannt geworden. Aber ein beliebtes Freizeitvergnügen, das Schwimmen gehen, bleibt auch dank eines Grünen-Vorschlags seit dem Sommer in der Diskussion: die Zukunft des maroden Wittlicher Hallenbades. Statt einer Komplettschließung ist derzeit ein Abriss und ein Neubau als Kombi-Lösung mit dem Freibad vorgeschlagen, die geprüft wird. Das kann dauern, auch weil es um Millionen Euro geht und damit um ein Großprojekt, das die Stadt allein nicht finanzieren kann und will. Das Vorhaben wird von allen Stadtpolitikern befürwortet. Sicher nichts dagegen hätten alle auch, wenn es wieder ein Kino gebe. Die SPD wollte deshalb nach der Sommerpause eine "aktive Akquise eines Kinobetreibers betreiben". Zur Erinnerung: Die 100jährige Geschichte des Wittlicher Kinos endete im Februar 2010. Ein neues Kapitel ist nicht in Sicht. Wer will, kann das "Winterkino im Casino" des Stadtmarketingvereins besuchen. Nach gescheiterten "Schloss-Theater-Plänen" und Gerüchten, im Vitelliuspark entstünde ein Kino, kann die SPD bislang den Wittlichern keine Hoffnung auf ein Kino machen.

Inwieweit die Wittlicher aber hoffen, dass das Industriegebiet bei Wengerohr erweitert wird, ist unbekannt. Dass sich die Stadtpolitik für neue Industrie- und Gewerbeflächen einsetzt, darauf hatten nach der Sommerpause CDU und FWG hingewiesen. Das Verfahren läuft. Unter anderem heißt es, die Firma Benninghoven, mittlerweile zur Wirtgen Gruppe zählend, sei an einem neuen Komplettstandort bei Wengerohr und damit an großen Flächen interessiert. Lars Henrich, Leiter Marketingn Benninghoven, sagt auf TV-Nachfrage: "Als Mitglied einer dynamischen Unternehmensgruppe verfolgen wir eine klare Wachstumsstrategie. Derzeit befinden wir uns noch in der Sondierungsphase für einen eventuellen Werksneubau in der Region und unterschiedlichste Szenarien werden durchgespielt und geprüft."

Welche Maßnahmen der Stadtrat mit Blick weg von den Stadträndern hin zur Innenstadt anpacken will, ist noch nicht konkret klar.

Dass die Innenstadt gestärkt werden soll, betonen alle seit Jahren, bei der damaligen Umfrage besonders CDU, FWG, FDP. Aktuell geht die SPD mit einem Antrag für dieses Jahr ins Rennen. Sie will, dass der Stadtmarketingverein andere Kräfte (außerhalb von Verwaltung und Stadtrat) wie Einzelhändler, Eigentümer, Kulturschaffende bündelt, um Aktivitäten zur Stärkung des Zentrums zu entwickeln. Soweit, so vage.

Aus Reihen der Bürger kam bereits nach der Sommerpause ein konkretes Signal für einen gewünschten innerstädtischen Akzent, nachdem die FDP den Antrag zur Teilbebauung des Parkplatzes Karrstraße gestellt hatte. Ein Ziel, das alle bis auf FWG und das Linken-Mitglied unterstützt haben und das per Bürgerentscheid gekippt wurde.
Das daraus resultierende künftige Aussehen des Geländes als Park- und Aufenthaltsplatz wird nach der Winterpause den Stadtrat ebenso begleiten wie das große Thema Gestaltung des Lieserufers, das die CDU nach der Sommerpause noch einmal benannt hatte.

Das war vor Jahren auch ein Punkt des Stadtentwicklungskonzeptes unter dem Titel "Verbesserung der Erlebbarkeit der Lieser" und immer wieder mal Thema. Vielleicht tut sich bis zum nächsten Sommer etwas? Im aktuellen Haushalt sind immerhin fast eine Million Euro für das Projekt "Stadt am Fluss/Lieserufer" vermerkt, nebst erhofften Zuschüssen zu rund 650?000 Euro.

Und es gibt auch noch etwas Neues: Frisch auf dem Stadtratstisch liegt noch der Antrag der Grünen, ein Spielplatzkonzept für Wittlich zu erstellen.

Wer es sich vormerken will: Die erste Sitzung nach der Winterpause ist nach Fastnacht am Donnerstag, 11. Februar.