Wasser marsch statt Schlachtfest

HOCHSCHEID. Sicherheit geht vor. Die Gemeinde Hochscheid baut daher für ihr neues Feuerauto ihr Schlachthaus um.

Wer ein größeres Auto bekommt, muss nicht zwangsläufig seine Garage umbauen. In Hochscheid lässt sich das aber nicht vermeiden. Das wasserführende Fahrzeug, das die Verbandsgemeinde 2006 für den Ort kaufen will, würde nicht mehr hineinpassen ins kleine Feuerwehrhaus, dafür in das Gebäude unterhalb des Gemeindehauses. Dieses bietet heute drei Interessengruppen Platz: Während die Wehr im oberen Drittel wirkt, tagt die Jugend in der Mitte. Der dritte Raum dient seit Mitte der 60er-Jahre als Schlachthaus, das laut Ortsbürgermeister Erhard Wolf immer seltener genutzt wird. Daher lag es nahe, die Ära Schlachthaus zu beenden. Die bisherigen Nutzer - darunter auch Wehrführer Michael Kleifges - müssen zum Schlachten daher künftig in Nachbargemeinden ausweichen. Der Hobby-Schäfer sieht dem neuen Auto daher "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" entgegen. "Als Wehrführer hat er die Wahl - entweder ein neues Feuerwehrhaus oder Schafe-Schlachten", zeigt Wolf schmunzelnd Verständnis. Da ist es tröstlich, dass zumindest der Kühlraum im hinteren Bereich erhalten bleiben soll. Weichen muss nur eine Zwischenwand, aber auch die Einrichtung, wie die Wurstkessel, und die alten Wasserleitungen, die erneuerungsbedürftig sind. Dass im Hochscheider Haushalt nur 5000 Euro für die Renovierung eingestellt sind, ist dem Einsatz der Bürger zu verdanken, die alle Arbeiten in Eigenleistung ausführen wollen. Außerdem übernimmt die Verbandsgemeinde laut Wolf die Materialkosten, wie etwa für ein neues Tor. Mit einem "Tragkraftspritzenfahrzeug", das 800 Liter Wasser mitführt, ist Hochscheid künftig besser für den Fall der Fälle gewappnet. Schließlich sah sich die Wehr schon mehrfach "brenzligen" Situationen gegenüber - und das laut Kleifges immer öfter. So entzündete sich im trockenen Sommer 2003 gleich zwei Mal in den an den Ort grenzenden 2000 Hektar Wald der Boden. Und auch im Sägewerk kann es schon einmal - ebenso wie bei Unfällen auf der Hunsrückhöhenstraße - auf Sekunden ankommen. Bestellt ist das Fahrzeug noch nicht. Auch ein Zuschuss für den Kaufpreis - 85 000 Euro - ist noch nicht beantragt. Zu erwarten sind Mittel von rund 36 000 Euro. Auf Grund des großen Antragsstaus in Mainz stellt sich die Verbandsgemeinde auf eine Zwischenfinanzierungszeit von vier bis fünf Jahren ein.