Wasserbüffel erhalten typische Landschaft

Wasserbüffel erhalten typische Landschaft

Das Trockenmaar am Burgweiher unterhalb des Hohen Lists war viele Jahre wegen des dichten Fichtenbewuchses kaum zu erkennen. Nun haben sich verschiedene Institutionen des Geländes angenommen. Das Maar wird künftig von Wasserbüffeln vom Bewuchs freigehalten.

Daun. Ein eher untypisches Landschaftsbild zeigt sich oberhalb von Schalkenmehren in der Nähe des Hohen Lists, als die Wanderer der Nabu-Gruppe Daun mit Georg Möhnen dort ankommen: Die Sonne brennt, gerodete Flächen sind am Maarkessel zu sehen. Ein paar Baumstümpfe stehen verloren in dem 16 Hektar großen Areal. An einem Zaun lehnt ein hochgewachsener Mann, mit Hut, kariertem Hemd und schweren Schuhen. Ein Stück weiter kommt eine Herde Wasserbüffel ins Bild.
Vor einigen Wochen sah es dort komplett anders aus: Ein Fichtenwald verdeckte das Trockenmaar. Doch Mensch und Wasserbüffel haben ganze Arbeit geleistet. Die Fichten sind abgeholzt, und die Büffel haben das Gelände durchwühlt. Sie haben dort ideale Bedingungen, denn es ist sehr nass. Für die Tiere ist das ideal, denn sie brauchen die Suhlen.
Von den Rodungsarbeiten mit dem schweren Holzvollernter und den Lastwagen sind tiefe Fahrspuren im Gelände zu sehen. Die sollen bleiben, damit die Tiere sich darin wälzen können. Sie fressen alles weg, denn sie haben einen sehr robusten Magen.
EU unterstützt das Projekt


Ginster ist für sie kein Problem, Herbstzeitlose, eigentlich eine Giftpflanze, macht ihrem Körper nichts aus. Landwirt Henry Stolz hat sich die ungarisch-bulgarischen Tiere angeschafft, die bis 600 Kilogramm schwer werden können. Er berichtet: "Die Wasserbüffel braucht man auch im Winter nicht zu füttern, wenn er nicht zu streng ist. Und es sind ganz sensible und friedfertige Tiere. Man darf sie nur nicht jagen." Und tatsächlich, die schwarzen Tiere mit den großen gebogenen Hörnern und abstehenden Ohren machen keinen gefährlichen Eindruck. Sie liegen gemütlich auf der Erde, fressen von einem abgebrochenen Ast ein paar Blätter oder gehen gemütlich umher. Allerdings bremst ein Zaun ihren Bewegungsdrang.
Für den Artenreichtum


Schon seit 2007 wird mit der Kreisverwaltung Vulkaneifel als Trägerin im Rahmen der Flurbereinigung daran gearbeitet, dass die Struktur der Maare deutlicher zu sehen sein sollte. Daran beteiligt sind unter anderem das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel und der Nabu Daun. Umgesetzt wird das Projekt "Dauner Maarlandschaft" unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union. Bisher grasen unter anderem Glanrinder beim Sangweiher zwischen Schalkenmehren und Udler, Schafe und Ziegen am Schalkenmehrener Maar. Und das Gelände um das Weinfelder Maar wird von und Ziegen und Eseln freigehalten. "Es ist ein Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, dass hier eine umweltgerechte Landwirtschaft betrieben wird", sagt Anne-Ruth Windscheif vom DLR.
Als Unterstand dient den Wasserbüffeln eine Gruppe Fichten. Baumstümpfe bieten Insekten ein neues Zuhause. Aufpassen müssen die Landschaftsschützer, dass keine Überweidung stattfindet, sprich, dass die Wasserbüffel nicht alles wegfressen, denn es soll sich ja ein Artenreichtum entwickeln, der schon in kleinen Ansätzen zu erahnen ist. An einigen Stellen wachsen schon Farne, Waldmeister und Fuchskreuzkraut. So wird das Wildwest-Flair bald von Eifeler Flora und Fauna abgelöst sein.Extra

Georg Möhnen erklärt die charakteristischen Eigenschaften des Trockenmaars. Foto: Christina Bents (chb) ("TV-Upload Bents"

Der Wasserbüffel gehört zu den Rindern. Die am weitesten verbreitete Art ist der asiatische Büffel. Wilde Wasserbüffel sind heute selten, viele sind zu einem Haustier geworden. Wenn kein Schnee liegt, können sie bei bis zu minus 24 Grad Celsius draußen bleiben. Ein Wasserbüffel kann eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern erreichen und schwerer als eine Tonne werden. Meist sind das aber wilde Büffel, die diese Ausmaße annehmen. Charakteristisch sind die nach oben gebogenen Hörner. Sie werden häufig als Lasttiere genutzt. Milch, Fleisch und Leder werden ebenfalls vermarktet. chb