Wasserpreis steigt um zwei Cent

Null auf null geht der Plan fürs Wasserwerk auf, bei der Abwasserbeseitigung bleiben 500 000 Euro Gewinn. Die Kalkulation der Stadtwerke Wittlich für 2011 bedeutet für den Bürger: Frisches Wasser wird etwas teurer, die übrigen Gebühren bleiben bis auf die für Fäkalschlamm gleich.

Wittlich. Alljährlich eine gute Nachricht für das kommende Jahr: Das gab es stets, wenn die Wittlicher Stadtwerke unter Leitung von Lothar Schaefer ihre Kalkulation vorlegten. Entweder blieben die Gebühren rund ums Wasser gleich oder sie sanken. 2011 dagegen müssen die Bürger erstmals seit Langem ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

Immerhin mehr als eine Million (1 081 000) Kubikmeter sauberes Trinkwasser wollen Wittlichs Stadtwerke im nächsten Jahr verkaufen. Umgerechnet sind das rund 1 000 000 000 Liter.

Zum Vergleich: Das Pulvermaar fasst nach Schätzungen 13 Mal so viel, das Wittlicher Freibad dagegen könnte man 250 Mal damit füllen. Für diese Menge brauchen die Stadtwerke 1,62 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein künftiger Kubikmeterpreis von 1,50 Euro (brutto,605 Euro). Bislang waren es 1,48 Euro, die der Bürger zu zahlen hatte. Seit weit über zehn Jahren war diese Gebühr nicht mehr erhöht worden, künftig sind es damit zwei Cent mehr für den Normalkunden. Aufs Jahr umgerechnet bedeute das einen Euro mehr je Einwohner, hieß es im Stadtrat.

"Hervorragende Arbeit" der Stadtwerke



Darüber hinaus zählen die Stadtwerke auf Großabnehmer, für die es Sonderverträge gibt. Die betreffen 320 000 Kubikmeter, deren Verkauf 416 000 Euro bringen soll. Das entspricht einem Preis von 1,30 Euro pro Kubikmeter. Im Vergleich zu den Mengen von 2010 (300 000 Kubikmeter kosteten 385 500 Euro) eine Erhöhung um 1,5 Cent. Außerdem gibt es Wasser, das wegsickert und als "unkontrollierter Verlust" zu Buche schlägt. In den aktuellen Zahlen zum Jahresabschluss 2009 waren es 184 612 Kubikmeter (2007 und 2008 waren es noch 147 000 Kubikmeter). Umgerechnet auf einen Kilometer Wasserleitung sind das 180 Liter in der Stunde oder 11,56 Prozent der Gesamtwassermenge. Wie hoch der tatsächliche Verlust 2011 sein wird, ist naturgemäß unbekannt. Wasser, das von den Haushalten "verbraucht" wieder ins System der Stadtwerke zurückfließt, nennt sich Schmutzwasser. Dafür wird eine andere Gebühr fällig, die soll bei 1,85 Euro/Kubikmeter ebenso auf Vorjahresniveau bleiben wie der wiederkehrende Beitrag fürs Niederschlagswasser je Quadratmeter Abflussfläche. Der bleibt stabil bei 0,25 Euro. Die Gebühr für Fäkalschlammbeseitigung wird steigen: Statt bisher 9,32 Euro werden 2011 laut Stadtwerke-kalkulation 9,51 Euro fällig.

Der Stadtrat beschloss die künftigen Gebühren einstimmig. Zuvor bescheinigte die Prüfung des Jahres 2009 den Stadtwerken eine solide Vermögens- und Ertragslage und Erika Werner (SPD) als Berichterstatterin den Werken eine "hervorragende Arbeit".

Die zweite Haushaltssitzung ist heute, Donnerstag, 18 Uhr, in der Synagoge.

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