Weber mahnt Fairness an

TRABEN-TRARBACH. Es gehört zur guten Tradition, dass der Stadtbürgermeister zum Beginn des neuen Jahres die Bürger der Stadt zum Neujahrsempfang einlädt. Im nächsten Jahr kommt Amtsinhaber Alois Weber erstmals als Gast, im Juni wählen die Traben-Trarbacher seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin.

"Guten Morgen, alles Gute zum neuen Jahr, wie geht's, wie steht's....". Begrüßungsfloskeln werden ausgetauscht, lockere Gespräche geführt, ein bisschen Kommunalpolitik gemacht, mal ernsthaft, mal ironisch, mal spöttisch.Wer zum Neujahrsempfang des Stadtbürgermeisters kommt, erfährt so manche Neuigkeit, darf kostenlos ein gutes Glas Wein trinken und sich am leckeren Speckkuchen stärken. 160 Bürger nahmen in diesem Jahr die Einladung an. Erstmals traf man sich im Veranstaltungssaal des Stadthauses "Alter Bahnhof".Letzte Neujahrsansprache von Alois Weber

Im Mittelpunkt stand die Rede des Stadtbürgermeisters, der einzige "offizielle Tagesordnungspunkt" beim Empfang. Diesmal war es eine besondere Ansprache, denn Weber sprach zum letzten Mal als Stadtbürgermeister während eines Neujahrsempfangs zu den Bürgern.Aufmerksam hörten die Gäste zu und spendeten sogar spontan kurz Beifall, als Weber auf den bevorstehenden Kommunalwahlkampf zu sprechen kam: "Ich wünsche mir vor allen Dingen einen menschlich fairen und der Sache dienenden Wettbewerb." Was Weber nicht sagte, aber woran er und viele andere dachten, war sicher die anmaßende "Römerrede" im Stadtrat und die folgende unsägliche "Leserbriefschlacht".Die beiden Traben-Trarbacher Anzeigenblättchen hatten fingierte Leserbriefe abgedruckt, in denen teilweise unverschämte Unterstellungen geäußert wurden.Alois Weber mag sich wohl auch dabei gedacht haben, dass seine Entscheidung, nicht mehr für das Amt zu kandidieren, das Leben etwas unbeschwerter macht. Zitat Alois Weber: "In vielerlei persönlichen Gesprächen zurückliegender Monate ist mir deutlich und bewusst geworden, wie positiv eine solche sicherlich nicht leichte Entscheidung - frei von jeglichen äußeren Einflüssen und Zwängen - sein kann."2003: Ein Jahr großer Sanierungsarbeiten

Im Vordergrund seiner Rede standen aber die Dankesworte. Dank galt in erster Linie allen ehrenamtlich Tätigen in der Stadt, ob in den Vereinen, in der Jugend- und Seniorenarbeit, in Kirchen und Schulen, Kindergärten und vielen anderen Einrichtungen. Weber erwähnte nicht ohne Stolz die großen Projekte, die im vergangenen Jahr fertiggestellt oder begonnen wurden: Die Einweihung der sanierten Moselbrücke, die umfangreiche Sanierung des Brückentors, die Errichtung des Schiffsanlegers in Wolf, die Sanierungsarbeiten am Alten Stadtturm und den Umbau und Erneuerung des alten Bahnhofsgebäudes zum Stadthaus "Alter Bahnhof".Das gerade erst begonnene Jahr 2004 wird nicht minder ereignisreich. Traben-Trarbach begeht das 100-jährige Jubiläum als Doppelstadt. Eine Reihe von Festveranstaltungen kündigte Weber an.Die Bevölkerung lud er zur aktiven Teilnahme ein. Die beiden Höhepunkte sind die öffentliche Jubiläumsveranstaltung am Freitag, 26. März, in der Loretta-Halle und der große Festumzug im Rahmen des Moselwein-Festivals am 11. Juli. Stadtweinkönigin Roxanne, die schon das Glück hat, den herausragenden 2003er repräsentieren zu dürfen, wird auch dann wieder in ihrer lockeren, unbekümmerten Art den Gästen zuprosten.