Weg frei für die Windkraft

Mit dem Beschluss des Flächennutzungsplans hat der Morbacher Gemeinderat weitere Windkraftanlagen möglich gemacht. Der Plan soll zeitnah offengelegt werden. Konkret geht es um acht Anlagen am Ranzenkopf, die kommunal betrieben werden sollen. Die Einnahmen gehen damit komplett an die Kommune zurück.

Morbach/Wittlich. Auch wenn Windkraft in Zukunft vom Bund weniger stark gefördert werden soll: Der Gemeinderat von Morbach hat auf seiner jüngsten Sitzung die Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans durchgewunken. Der Flächennutzungsplan ist das Instrument, mit dem eine Gemeinde Flächen definieren kann, in denen zum Beispiel Gewerbe, Bebauung oder auch Windkraftanlagen erlaubt sind. Das geschieht in einem langen Genehmigungsprozess, in dem verschiedene Kriterien geprüft werden.
Mit dem Beschluss macht das Gremium nun den Weg frei für den Bau von Windkraftanlagen. Dazu zählt unter anderem eine Fläche am Ranzenkopf in der Nähe zur Verbandsgemeinde Berkastel-Kues. Dort sollen Windkraftanlagen der kommunalen AöR Bernkastel-Wittlich entstehen, die von der Windenergie Wintrich Planungsgesellschaft entwickelt werden.
Acht Anlagen stehen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Morbach, weitere sieben auf dem Gebiet der Gemeinde Wintrich (Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues). Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal sagt: "Wir wollten prüfen, inwieweit eine Weiterentwicklung der Windkraft möglich ist." Der Flächennutzungsplan übertreffe den gesetzlich vorgegebenen Mindestabstand von 800 Metern zu bewohntem Gebiet. Hackethal: "Wir gehen auf 1000 Meter Abstand. Das ist sehr restriktiv". Die beiden nun ausgewiesenen Sonderbauflächen haben eine Größe von 99 Hektar. Mit Einberechnung der bereits seit 15 Jahren bestehenden Anlagen der Morbacher Energielandschaft (MEL) sind das 2,5 Prozent der Fläche der Gemeinde.
Wie Thomas Recktenwald von der Verwaltung erläuterte, gab es durchweg positive Stellungnahmen dazu. Der Wasserschutz sei mit dem neuen Plan kein Thema mehr. Dieser berücksichtige die entsprechenden Schutzgebiete. Über die nächsten drei Jahre soll dadurch ein "Kumulationseffekt" beim Bau von weiteren Windenergieanlagen in den Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang und in der Einheitsgemeinde Morbach entstehen. Das sei auch ein wichtiger Schritt, um ein solches Gebiet einzugrenzen, fügte Jürgen Jakobs von der CDU-Fraktion hinzu: "Wir wollen konzentrieren. Ohne Flächennutzungsplan wären auch im Außenbereich Windenergieanlagen möglich."
Dieser Beschluss ist ein Mosaikstein in der Schaffung eines interkommunalen Windparks, dessen Wertschöpfung innerhalb des Landkreises bleiben soll. Bislang haben viele Gemeinden eigene Verträge mit Windkraftbetreibern abgeschlossen und mussten sich die Erlöse mit diesen Firmen teilen. Bei dem System einer Anstalt öffentlichen Rechts hingegen verbleiben die Gewinne im Landkreis. Diese sollen nach einem speziellen Schlüssel verteilt werden, auch energetische Sanierungen könnten damit gefördert werden.hpl
Extra

Am Ranzenkopf, der im Bereich der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und der Einheitsgemeinde Morbach liegt, planen die Ortsgemeinde Wintrich und die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) "Energie Bernkastel-Wittlich" den Bau eines Windparks. Die AöR will bis zu 16 Anlagen errichten lassen - mit einer Gesamtleistung von 48 Megawatt und einer Investitionssumme von 80 Millionen Euro. Die Einnahmen fließen vollständig an die kommunale Familie zurück. hpl