Wehlener Orgel erschallt mit neuer Klangfülle

Wehlener Orgel erschallt mit neuer Klangfülle

Die Reparatur der Orgel in der Wehlener Pfarrkirche ist abgeschlossen. Zukünftig hören die Gottesdienstbesucher wieder die Klänge aus dem 1873 erbauten Instrument, das in den Originalzustand versetzt wurde. Die Kosten der Sanierung betrugen 155 000 Euro.

Wehlen. Ein Jahr lang war die Orgel in der Pfarrkirche St. Agatha in Wehlen wegen Renovierungsarbeiten stumm gewesen. Während dieser Zeit übernahm eine transportable Kirchenorgel deren Dienst. Jetzt segnete Pfarrer Manfred Müllers sie während eines Festgottesdienstes. Er nahm das Instrument damit wieder in Betrieb. Der Kirchenchor Wehlen-Graach und der Musikverein Wehlen begleiteten den Festgottesdienst, an dem auch Thomas Schneider, Pfarrer aus Osann-Monzel, teilnahm.
Die Renovierung war notwendig geworden, weil das Instrument, das im Jahr 1873 von dem Klausener Orgelbauer Heinrich Voltmann gebaut wurde, in schlechtem Zustand war. "Die Mechanik war nicht in Ordnung, zudem kamen viele Töne nicht mehr", sagte Eckart Prüm, der die Renovierung der Orgel veranlasst hatte.
Der Wehlener Günter Commes, der während der Renovierungsarbeiten als Ansprechpartner für die Orgelbaufirmen zur Verfügung stand, ergänzte, dass die Orgel in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts dem damaligen Zeitgeschmack angepasst wurde.
Jetzt sei sie mit "viel Liebe zum Detail" denkmalgerecht in den Originalzustand zurückgebaut worden, sagte Commes. Dafür wurden damals veränderte Orgelpfeifen durch neue ersetzt und viele Teile der Mechanik in Handarbeit erneuert sowie alle weiteren Teile der Orgel gereinigt und überarbeitet. Dabei schossen die Kosten für die Sanierung wegen Mängeln, die man erst während der Arbeiten entdeckte, in die Höhe: Mit 155 000 Euro war die Reparatur etwa 30 Prozent teurer als ursprünglich veranschlagt.
80 000 Euro zahlte die Jodocus-Prüm-Bürgerstiftung. 40 000 Euro kamen an Spenden aus der Wehlener Bevölkerung zusammen oder wurden mit Aktionen wie einer Weinprobe erwirtschaftet. Um den Restbetrag stemmen zu können, werden weiter Spenden gesammelt.
Pfarrer Müllers bezeichnete in seiner Predigt den Tag der Wiederinbetriebnahme der Orgel als "schönen Tag der Freude". Eine Kirchenorgel sei die Königin der Instrumente, die mit ihrer reichen Vielfalt an Stimmen Gefühle und Empfindungen ausdrücken könne, sagte er. Prüm sagte, eine Kirche ohne Orgel sei wie ein Körper ohne Seele. Er hofft, dass die renovierte Orgel dem Kirchenleben in Wehlen neue Impulse gibt.
Ortsvorsteherin Gudrun Weydert war voll des Lobes über das renovierte Instrument: "Sie klingt fantastisch, ich hätte nicht gedacht, dass man das so hört", sagte sie.