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Wehrleute sollen zurückkehren können

Wehrleute sollen zurückkehren können

Die Zwangsentpflichtung von drei Feuerwehrleuten der Thalfanger Stützpunktwehr soll offenbar zurückgenommen werden. Dies hatten 30 Aktive, die ebenfalls um ihre Entpflichtung gebeten hatten, zur Bedingung für ihren Verbleib in der Wehr und für inhaltliche Gespräche über die Probleme mit Verwaltung und Wehrleitung gemacht.

Thalfang. Wie geht es weiter mit der Thalfanger Feuerwehr? Im Januar hatte der TV erstmals über Probleme zwischen der Wehrleitung und den Aktiven der Thalfanger Stützpunktwehr berichtet. Im Zusammenhang mit einer abgebrochenen Übung hatten mehrere Aktive in einer geschlossenen Gruppe eines sozialen Netzwerks Wehrleiter Roland Sommerfeld heftig kritisiert und die Vorgänge mit der Nazi-Diktatur verglichen.Staatsanwaltschaft ermittelt


Nach TV-Informationen entpflichtete Bürgermeister Marc Hüllenkremer daraufhin drei Aktive, die im oben aufgeführten TV-Artikel zitiert worden waren, zwei von ihnen sollen sich an der Unterhaltung im sozialen Netzwerk beteiligt haben. Aus Solidarität hatten daraufhin 30 der 52 Aktiven ebenfalls um ihre Entpflichtung gebeten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen, ob es sich dabei um strafbare Äußerungen handelt, noch nicht abgeschlossen, sagt Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Bisher waren die Fronten verhärtet. Doch jetzt scheinen sich die Parteien aufeinander zuzubewegen. So wird Bürgermeister Marc Hüllenkremer in anderen Medien zitiert, dass er sich vorstellen könne, die Entpflichtungen der drei Feuerwehrleute in Abmahnungen umzuwandeln, falls diese sich für Ihre Äußerungen entschuldigen. Hüllenkremer bestätigt das gegenüber dem TV. Auch der Hermeskeiler Rechtsanwalt Christian Kruchten, der die Zwangsentpflichteten vertritt, teilt in einem Schreiben mit, dass die Verwaltungsspitze seinen Mandanten die Rücknahme der Entpflichtungen angeboten habe. Dies sei von seinen Mandanten angenommen worden. Die Rücknahme der Entpflichtung hatten die 30 Aktiven zur Bedingung gemacht, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich an einer Mediation zu beteiligen. Der Rechtsanwalt spricht von inhaltlichen Problemen bei der Thalfanger Feuerwehr, die sich seit langer Zeit entwickelt haben. Kruchten: "Nunmehr hinzugehen, inhaltliche Probleme unter den Tisch kehren zu wollen und Entpflichtungen auszusprechen, erachteten wir bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen für den falschen Weg." Es sei grotesk, seine Mandanten mit dem Spruch "wehret den Anfängen" in die rechte Ecke stellen zu wollen.
Hüllenkremer bezeichnet die Vorgänge in der Thalfanger Wehr im Amtsblatt als "Probleme und Unstimmigkeiten…wie sie übrigens auch andernorts immer wieder vorkommen." Ferner berichtet Hüllenkremer im Amtsblatt von einer Zusammenkunft Anfang Juni, bei der offene Fragen in Beisein eines Schiedsmannes angesprochen worden und Sachverhalte richtiggestellt worden seien.
Um welche Sachverhalte es sich dabei handele? Hüllenkremer: "Es handelt sich tatsächlich um den Schiedsmann Reinhold Anton. Für alle Beteiligten gilt bei laufenden Verfahren die Einhaltung der Nichtöffentlichkeit. Auf die Frage, wie viele Feuerwehrmänner an den Gesprächen teilgenommen haben, antwortet Hüllenkremer: "Hier verweise ich auf die Einhaltung der Nichtöffentlichkeit." Der Bürgermeister sagt im Amtsblatt ferner, dass er zuversichtlich ist, "dass wir die aufgetretenen Unstimmigkeiten klären und Missverständnisse beseitigen werden."
Auf die Frage, wie er weiter vorgehen will, um die entstandenen Probleme zu lösen, antwortet der Bürgermeister: "Das Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit und die Einheit der Feuerwehr einvernehmlich mit allen Beteiligten weiterhin zu gewährleisten. Nicht hinnehmen werde ich, wenn Machtkämpfe auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger ausgetragen werden sollten." Turnusmäßig steht dieses Jahr auch wieder die Wahl des Wehrleiters der Verbandsgemeinde an. Wann diese stattfinden soll, steht noch nicht fest. Hüllenkremer: "Richtig ist, dass eine Neuwahl ansteht. Ein Termin wird noch bekannt gegeben." Die Wehrleute, die um ihre Entpflichtung gebeten hatten, möchten sich derzeit nicht äußern.Extra

Es gibt in der Verbandsgemeinde Thalfang 20 Feuerwehren und zwei Löschgruppen. Insgesamt hat die Feuerwehr der VG 410 Aktive und 105 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren. Im Durchschnitt haben die Feuerwehren der VG zwischen 70 und 80 Einsätze. hpl