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Weichen für Zeller Ferienpark gestellt

Weichen für Zeller Ferienpark gestellt

Grünes Licht für das Projekt Marina Weingarten: Die kommunalen Gremien haben der Eröffnung des Raumordnungsverfahrens zugestimmt. Für den Ferienpark Marina Weingarten sollen auf etwa 30 Hektar Weinbergsfläche rund 200 Ferienhäuser gebaut werden, die an einen Yachthafen angrenzen.

Zell/Briedel. (AW) Mit großer Mehrheit haben der Hauptausschuss der Verbandsgemeinde Zell, der Stadtrat Zell und der Gemeinderat Briedel die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens für das Projekt Marina Weingarten beschlossen. Im Gemeinderat Briedel haben 13 Ratsmitglieder für das Projekt gestimmt, zwei dagegen, und ein Mitglied hat sich enthalten. Der Hauptausschuss der VG hat einstimmig dafür gestimmt, im Zeller Stadtrat gab es 17 Ja-Stimmen und eine Enthaltung.

Alle drei Gremien sind im Briedeler Pfarrzentrum zusammengekommen und haben vor der Abstimmung mit dem Planungsteam der Projektgesellschaft erneut über das Mammut-Bauvorhaben diskutiert. Nachfolgend sind die wichtigsten Fakten der Debatte zusammengefasst:

Was passiert beim Raumordnungsverfahren?

Solch ein Verfahren muss durchgeführt werden, wenn Baumaßnahmen überörtliche Bedeutung haben. Dabei werden Behörden und Interessenverbände, die Träger öffentlicher Belange, gehört. Es wird geklärt, ob eine Maßnahme mit den Zielen und Grundsätzen der Landesplanung vereinbar ist. Die Antragsunterlagen werden öffentlich ausgelegt. Ende Januar wird es eine Infoveranstaltung für Bürger geben.

Ist bereits die gesamte Grundstücksfläche im Besitz der Projekt GmbH?

Nein. Bisher wollen fünf Eigentümer nicht verkaufen. Ihnen gehören sieben Prozent der Fläche. Weitere Eigentümer, die etwa über sechs Prozent der Fläche verfügen, haben noch keine eindeutige Rückantwort gegeben.

Können Eigentümer zwangsenteignet werden?

Nein. Bewirtschaftete Rebflächen werden in das Landschaftsbild des Ferienparks integriert.

Wie groß werden die Ferienhäuser sein?

Im Kernbereich des Parks wird es einige Häuser mit etwa zwölf Meter hohen Dachfirsten geben, darin sollen Appartements untergebracht werden. Ein Hotelkomplex ist nicht geplant. Die Mehrzahl der rund 200 Ferienhäuser wird kleiner sein (etwa 9,50 Meter hohe Dachfirste). Die Höhe der Gebäude können die Kommunen im Bauleitverfahren festlegen.

Sind genug Kapazitäten für die Entsorgung des Abwassers vorhanden?

Ja. Die Abwässer werden durch das kommunale Abwassersystem über Kaimt nach Bullay geleitet. Die höhere Auslastung der Kläranlage könnte sich möglicherweise positiv auf die Gebühren auswirken. Es werden nach Angabe der Projektgesellschaft auf die Anlieger keine Kosten für Umbauten zukommen.

Der Briedeler Radweg wird auch von Winzern und Landwirten genutzt. Wird es bei der Nutzung Einschränkungen geben, etwa wegen Lärmbelästigung?

Nein. Es sei im Interesse des Investors, dass die Flächen im Park wie auch im Umfeld weiter bewirtschaftet werden, so die Projektplaner. In den Kaufverträgen werde das entsprechend vermerkt. Darüber hinaus bleibt das Verkehrswegenetz größtenteils so bestehen. Es wird nur punktuell verändert.

Für die Ferienhäuser wird mit einer 55-prozentigen Auslastung gerechnet. Wie will man das etwa im Januar und Februar schaffen?

In diesen Monaten wird diese Auslastung kaum möglich sein. Mit den 55 Prozent ist ein Durchschnittswert gemeint. Generell will man versuchen, in den stillen Zeiten Gesundheitstouristen, etwa Dialyse-Patienten, anzulocken. Denn die Häuser werden über ein Alarm- und Kamerasystem mit dem Krankenhaus vernetzt.