Weichen sind gestellt

DHRONECKEN. (urs) Irgendwie geht es nicht voran mit der Bürgerhausrenovierung, von der Dhronecken sich eine bessere Nutzung erhofft. Doch dafür sind die Weichen für den erstrebten Campingplatz gestellt.

Oft sind es die kleinen Dinge, die Kopfzerbrechen bereiten. In Dhronecken trifft das aufs Bürgerhaus zu. Die unendliche Geschichte um Renovierung und kostendeckende Nutzung scheint kein Ende zu nehmen. Einer der Gründe ist, dass der Ort in einer Denkmalzone liegt, was ihn an die Sichtweise der Denkmalpflege bindet. Diese redet nicht nur bei Vorhaben im Außenbereich mit. Sie will auch mitentscheiden, wenn es um neue Toiletten für den sanierungsbedürftigen Gewölbekeller geht. Manchem Dhronecker dauert es daher zu lange, bis sich etwas tut. "Wir können uns doch nicht jeglicher Handlungsfähigkeit berauben", kritisiert Ratsmitglied Heinz Droste. Über einige Themen werde seit anderthalb Jahren diskutiert, aber es gehe nicht weiter. Seinen Einwand, die Gemeinde habe doch als Mieter der Anlage einen Nutzungsvertrag unterschrieben, lässt der Ortsbürgermeister so nicht gelten. "Da steht aber auch drin", kontert Detlef Jochem, "dass sämtliche Baumaßnahmen mit dem LBB (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung) abzustimmen sind." Außerdem sei bei jedem Vorhaben die Dringlichkeit darzulegen. Einig ist sich das Gremium hingegen, dass mit Nachdruck auf das Ziel besserer Nutzungsmöglichkeiten hingewiesen werden sollte. Denn Keller und Grillhütte könnten öfter vermietet werden, wenn das unabhängig vom Bürgerhaus möglich wäre. In die Richtung optimale Nutzung zielen auch Überlegungen, eine neue Heizung zu installieren. Ob das vom Reinsfelder Unternehmer Ralf Stüber vorgestellte Blockheizkraftwerk zum Tragen kommt, muss sich aber erst zeigen. Erfreulich entwickeln sich die Nachfragen für Trauungen auf der Burg. Da nicht alle Paare anschließend dort auch feiern, gibt es nun Gebührensätze für zwei Alternativen. Für eine Trauung mit Sektempfang fallen 60 Euro plus Strom nach Verbrauch an. Sofern auch die Küche genutzt wird, werden 80 Euro statt bei einer Feier 154 Euro plus Reinigung fällig. Große Hoffnungen setzt Dhronecken in das Campingplatzkonzept, das Investoren präsentiert haben (der TV berichtete). Sollte dies umzusetzen sein, biete es der Gemeinde die Chance zur Weiterentwicklung, so Jochem. Was dem im Wege steht, ist das Nein der Landespflege. Die Investoren hoffen aber, deren Vorbehalte ausräumen zu können. Im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde wird die erweiterte Fläche auf Wunsch des Rates schon berücksichtigt. Allerdings spricht sich ein Ratsmitglied dagegen aus. Das sei ein "unmöglicher Eingriff in die Natur", kritisiert Holger Conrad. Außerdem bringe eine solche Anlage Lärm und Hundekot ins Dorf, gibt er zu bedenken. Er fände es daher besser, vor weiteren Schritten bei einer Bürgerversammlung die Meinung der Dhronecker zu erfahren. Auf das Areal aufmerksam geworden waren die Investoren durch Fred Müller. Der Dhronecker hatte im Internet seinen Wasserturm samt Wiesen zum Verkauf angeboten.