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Weihnachtsmarkt: Bernkastel-Kues traut sich – andere nicht

Weihnachtsmarkt : Bernkastel-Kues traut sich – andere nicht

Alle Jahre wieder locken in der Region große Weihnachtsmärkte. Der TV klärt, wo während der Corona-Pandemie gefeiert wird und wo nicht.

Nicht nur ein schön geschmückter Christbaum, Kartoffelsalat mit Würstchen und der Kirchgang machen für viele Menschen das Weihnachtsfest aus. Fester Bestandteil des Brauchtums in der Region sind mittlerweile auch die Weihnachtsmärkte in Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Wittlich. Aber macht den Glühweinfreunden und Reibekuchenliebhabern da nicht in diesem Jahr die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung? Was ist erlaubt und welche Städte im Kreis Bernkastel-Wittlich trauen sich trotz Pandemie einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen?

Rahmenbedingungen Die mittlerweile elfte Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes eröffnet grundsätzlich Möglichkeiten für Weihnachtsmärkte, auch wenn sie nicht wie gewohnt stattfinden können: „Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 500 gleichzeitig anwesenden Personen unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig. Insbesondere gelten das Abstandsgebot und die Pflicht zur Kontakterfassung“, heißt es dazu in der Verordnung. Mit den Kommunen, so erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf einer Pressekonferenz (unsere Zeitung berichtete) seien dazu neue Ideen entwickelt worden: Kleine „Weihnachtsdörfer“ mit Kontakterfassung und Personenbegrenzung seien vorstellbar. Eine weitere Möglichkeit seien Weihnachtmärkte, bei denen die Stände, Häuschen oder Karussells über ganze Innenstädte verteilt werden „und so die ganze Stadt zur Weihnachtsstadt machen“. Es bleibe aber auch dann bei Abstand und Hygienevorgaben.

Aber wer weiß, wie sich die Infektionszahlen bis November und Dezember entwickeln und was dann in den geltenden Coronaverordnungen stehen wird? Derzeit sieht es allerdings so aus, als wären Weihnachtsmärkte grundsätzlich möglich.

Wittlich Möchten die Städte Wittlich, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Manderscheid diese Möglichkeit wahrnehmen? Der TV hat die Kommunen gefragt, ob und warum sie in diesem Jahr auf die Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes verzichten oder ob sie sich trauen, die Veranstaltungen durchzuführen. Aus dem Wittlicher Rathaus kommt folgende Antwort: „Die Weihnachtstage waren in der Vergangenheit kein klassischer Weihnachtsmarkt wie in anderen Städten und Gemeinden.  Die Wittlicher lieben es, speziell nach Feierabend oder am Wochenende die Wittlicher Weihnachtstage zu besuchen, um dort ihren Glühwein oder andere Heißgetränke neben einem Imbiss zu genießen. Nur wenige kleine Verkaufsstände und ein Kinderkarussell zieren neben den Getränke- und Imbissständen den Festplatz“, erklärt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich.

Doch dieses Konzept sei aufgrund der Pandemie in diesem Jahr leider nicht umsetzbar.

Stöckicht: „In welcher Form die Wittlicher Weihnachtstage in diesem Jahr doch stattfinden können, wird in dieser Woche gemeinsam mit den Betreibern der Stände besprochen. Sollte ein neues Konzept zustande kommen, muss dieses dann den zuständigen Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden.“

Bernkastel-Kues In der Moselstadt ist man sich seiner Sache schon gewiss: Wie Frank Hoffmann, erster Vorsitzender des Werbekreises Bernkastel-Kues, erklärt, „wird der Weihnachtsmarkt nach jetzigem Stand stattfinden.“ Aber wie soll das möglich werden?

„Bereits seit mehr als 40 Jahren verteilt sich der Weihnachtsmarkt im gesamten Altstadtgebiet und nutzt diese als mittelalterliche Kulisse. Eine Durchführung unter Corona-Bedingungen ist dadurch möglich.“ Der Vorstand des Werbekreises erarbeite in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt ein tragbares Konzept. Hoffmann: „Dieses durchläuft derzeit noch die Gremien und wird in Kürze veröffentlicht.“ Was kommt da genau auf den Werbekreis, der den Weihnachtsmarkt seit seinen Anfängen ausrichtet, zu? Denn wie gewohnt wird die Veranstaltung kaum ablaufen können. Wie Hoffmann erklärt, werde es eine Besucherlenkung zu den Gastroständen und auch eine Kontakterfassung geben. Auch die Kontrolle der Einhaltung der Abstandregelungen, Maskenpflicht werde einen erhöhten Personalaufwand zur Folge haben.

Der Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues soll also mit einem corona-konformen Konzept stattfinden, sofern die Kreisordnungsbehörde das Konzept billigen wird.

Traben-Trarbach Auch der Weihnachtsmarkt in der Traben-Trarbacher Unterwelt ist beliebt – vielleicht sogar manchmal etwas zu beliebt. Wer sich dort schon einmal an einem gut besuchten Tag dicht an dicht durch die teils schmalen Kellergänge gequetscht hat, der weiß, so schön das auch ist, in Pandemie-Zeiten wird das in den geschlossenen Räumen sicher nicht gehen. Wissenschaftler vermuten, dass die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen bedeutend höher ist als im Außenbereich. Das wäre also zu riskant. In Traben-Trarbach ist man sich deshalb einig, dass die Sicherheit der Gäste, Aussteller aber auch der Bürger absolute Priorität hat. Die zehnte Auflage des Mosel-Wein-Nachts-Marktes soll daher 2021 gebührend gefeiert werden.

Manderscheid Auch die Manderscheider Burgenweihnacht, ein Weihnachtsmarkt in der Kulisse der Niederburg am ersten Adventswochenende, wurde abgesagt.