Weil die Miete zu hoch wird

DAUN-RENGEN. Mitte vergangenen Jahres war es bekannt geworden: Nach 75 Jahren wird das Lehr- und Versuchsgut Rengen der Universität Bonn im September 2007 endgültig geschlossen, da der Uni die vom Land Nordrhein-Westfalen geforderte Pacht zu hoch ist. Der Verkauf ist bislang noch nicht ausgeschrieben worden.

Wie so oft ist die finanzielle Lage der Grund für die Schließung. Denn die Uni Bonn muss seit Anfang 2006 mit geringeren Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) auskommen. Als Mieter ist der Uni, die früher selbst einmal Eigentümer der Versuchsstation war, nun die vorgegebene Pacht zu hoch. Statt Teile der knapperen Zuschüsse für die Versuchsstation auszugeben, will die Universität das Geld lieber in ihre anderen sieben Projekte in NRW stecken. So ist es nun Sache des Nachbarlandes, einen Käufer oder Pächter für die Gebäude und Flächen zu finden. Doch das dürfte gar nicht so einfach sein. Viele Menschen fanden hier Arbeit

Als Domäne ist die Versuchsstation den meisten Menschen in der Region bekannt. Sie gab vielen Menschen als Landarbeiter und Helfer Arbeit in den vergangenen 75 Jahren. Als Institut für Boden- und Pflanzenbaulehre gegründet, wurden Anfang der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts die ersten Gebäude errichtet. Die Urbarmachung der Ödlandflächen bei Rengen geht auf das Konto der Domäne. 1958 kaufte NRW die Flächen ringsum für die Universität Bonn. 90 Hektar Land wurden bis zuletzt bewirtschaftet. Zusätzlich wurde eine Mutterkuhherde von Limousin-Rindern sowie einige Schafen und Ziegen gehalten. Sieben Mitarbeiter waren bisher an der Versuchsstation beschäftigt, doch dies hat sich vor dem Hintergrund der baldigen Schließung schon verändert. "Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen, sondern zwei Mitarbeiter und ich wurden schon jetzt von anderen Betrieben der Uni Bonn übernommen. Ich muss mich jetzt in der Lehr- und Forschungsstation Dikopshof in Wesseling einarbeiten, bevor die Frühjahrsaussaat ansteht", erklärt Betriebsleiter Dieter Gaber, der momentan zwischen altem und neuem Arbeitsplatz, wo er auch Betriebsleiter sein wird, pendelt. Die beiden anderen Mitarbeiter haben Arbeitsplätze in der Bonner Umgebung und fahren täglich von der Eifel zu ihrer neuen Arbeitsstelle. Die Uni Bonn hat noch weitere sechs angeschlossene landwirtschaftliche Einrichtungen in NRW. Versuche müssen noch zu Ende gebracht werden

Noch stehen einige Doktorarbeiten und Versuche am Lehr- und Versuchsgut Rengen an, die zu Ende gebracht werden müssen. Der Verkauf der Gebäude, die teilweise noch aus der Gründungszeit stammen, und der Flächen von fast 90 Hektar ist Angelegenheit des Landes NRW und dessen Bau- und Liegenschaftsbetrieb. "Es sollte eigentlich schon veröffentlicht sein, aber es gibt Verzögerungen", berichtet Dieter Gaber. Auf Nachfrage des TV teilte Pressesprecherin Petra Rinnenburger vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW mit, dass es zurzeit noch keinen fixierten Ausschreibungstermin gibt und die Verkaufsanzeigen in der Fachpresse, in Tageszeitungen und im Internet veröffentlicht werden sollen. Der Uni Bonn gehört der Maschinenpark des Betriebes wie zwei Schlepper, Miststreuer und die Geräte der Grünlanderntekette. "Entweder werden die Geräte vom neuen Eigentümer übernommen oder versteigert", so Betriebsleiter Gaber. Besonders am Herzen liegt ihm die große Herde von Limousin-Rindern. "Es wäre für den Betriebsablauf schön, wenn man schon rechtzeitig wüsste, wer der neue Besitzer ist. In der Herde steckt viel Arbeit drin." Da die Tiere einen großen Marktwert haben, sieht Gaber für deren Verkauf kein Problem. "Ich habe die Hoffnung, dass sich dafür jemand findet", sagt er.