Wein, Kunst und kreative Köpfe

Die Ausstellung Wein und Kunst hat in Rivenich eine lange Tradition. Schon in den 1980er Jahren war sie sehr beliebt. Jetzt wurde sie nach einer Pause vom Kultur- und Förderverein wieder belebt. Altes Kunsthandwerk, wie das Hardanger-Sticken oder Kunst aus Weinbergsdraht waren im Bürgerhaus zu bestaunen. Und Musik durfte auch nicht fehlen.

Rivenich. Die deutsche und die französische Nationalhymne kennt man. Doch so, wie die gebürtige Rivenicherin Cäcilia Boyer sie mit dem Duo Canto vorgetragen hat, war es etwas völlig Neues. Sie hat die Hymnen im sprachlichen Wechsel zwischen Deutsch und Französisch gesungen. Begleitet wurde sie von Romain Frati am Klavier.
Ein temperamentvoller Vortrag des Historikers Patrick Bourassin rundete den Eröffnungsabend der Ausstellung "Die Schlacht bei Klausen", die derzeit (Mittwoch, 16. November, 17 bis 19 Uhr; Sonntag, 20., und 27. November, 14 bis 17 Uhr) auch im Bürgerhaus Rivenich zu sehen ist, sowie "Wein und Kunst ab.
Für die Kunst waren 15 Aussteller, zum großen Teil aus Rivenich, aber auch aus den umliegenden Orten verantwortlich und hatten einige Überraschungen dabei. Da war beispielsweise Claudia Wey, die seit vier Jahren malt, und die zum ersten Mal ihre Bilder, die sehr vielfältig und ausdrucksstark sind, ausstellt. Ortsbürgermeister Peter Knops: "Es ist einfach schön, wenn hier Menschen ausstellen, deren Hobby man so noch nicht gesehen hat, und bewundern kann, was sie für tolle Sachen machen."
Ähnlich ist es bei der Holzkunst von Elmar Kraff, der hier Naturmaterialien, wie Holz und Schiefer handwerklich gekonnt in Szene setzt. Mit dabei war auch Pater Rudolf Fritz, mit Malereien und Radierungen. Postkarten, die aus Fotografien entstanden sind, und beispielsweise einen Holzengel vor einer kaputten Fensterscheibe zeigen, sind ebenso zu sehen, wie selbstgebastelte, reichhaltig verzierte Karten. Aus Holz wurden auch Blumen, Bäume und Sterne gefertigt, aus Filz Hüte, Schals und Kleider.
Figuren aus Weinbergsdraht


Dass man aus Weinbergsdraht, der bei Rodungen anfällt, Figuren und Körbe machen kann, zeigt Peter Mertes an seinem Stand. Der Winzer hat aber noch etwas anderes für die Besucher, denn sie können ihre Nase an verschiedenen Aromen testen. Erdbeer, Ananas oder exotische Früchte sind unter anderem im Angebot. Viel Geduld hat Cäcilia Stolz. Mit ihren 80 Jahren geht sie immer noch ihrem Hobby, der Hardanger Stickerei nach, und gestaltet Tischdecken kunstvoll. Schmuckdesign zeigt Renate Heinz. Der Wein ist mit drei von sieben Weingütern des Orts ebenfalls vertreten, denn Rivenich hat 70 Hektar Anbaufläche in den Lagen Rosen-, Geis-, Nieder-, und Brauneberg. "In Rivenich wurde schon immer Wein angebaut, darauf sind wir stolz und wollen den Winzern die Möglichkeit geben, ihre Weine hier zu präsentieren", berichtet Wilfried Wagner, erster Vorsitzender des Kultur- und Fördervereins.
Bei den rund 100 Besuchern kommt die Veranstaltung gut an. Gerdi Wey sagt: "Sehenswerte handwerkliche Kunst mit Naturmaterialien, das gefällt mir sehr gut." Ähnlich geht es Gisela Heinz und Gerti Gans: "Die Künstler brauchen sehr viel Geduld und handwerkliche Fähigkeiten, beispielsweise für den Schmuck und die Stickerei. Das ist bewundernswert."