Wein machen wie die alten Römer
Piesport · Die Traubenlese früher und heute - das konnten die Besucher des Kelterfestes in Piesport erleben. Während in den Weinbergen viele Winzer das trockene Wetter nutzten, um die Trauben für den Jahrgang 2014 zu lesen, zeigten zwölf Gruppen im Ort, wie man in römischer Zeit Wein gemacht hat.
Piesport. In Holzbottichen waschen sich die als römische Sklaven verkleideten Männer erst einmal ihre Füße. Dann fassen sie sich an den Schultern, stampfen mit den Füßen in den Trauben herum, damit der Saft in der historischen Kelteranlage fließen kann. Dazu spielt der Musikverein aus Bescheid einen Marsch, damit die römischen Arbeiter im Takt bleiben.
Das geschieht seit mehr als zwanzig Jahren beim Piesporter Kelterfest, wenn römisch gekleidete Männer und Frauen den Touristen aus allen Teilen Deutschlands und den Nachbarländern die Arbeitsweise der Römer vorführen.
Einige dürfen auch mitmachen. Wie Wilfried Lehnen, der zum zehnten Mal beim Umzug Wein ausschenkt. Er berichtet: "Wir kommen jedes Jahr zweimal mit einer Gruppe aus dem Westerwald nach Piesport. Was hier beim Umzug geboten wird, sucht seinesgleichen."
Auch Markus Groteguth, der aus Meerbusch angereist ist, gefällt die Stimmung: "Ein Bekannter wusste vom römischen Kelterfest in Piesport. Wir haben angefragt, ob wir mitgehen dürfen. Es hat geklappt." Erstmals startete der Umzug nicht in der Brückenstraße, sondern in der St. Michaelsstraße auf der anderen Moselseite.
Ortsbürgermeister Stefan Schmitt erklärt: "Wir wollen das gern ausprobieren, denn in der Vergangenheit waren kaum Besucher am ersten Teil der Strecke." Das war diesmal anders. Schon auf den ersten Metern riefen die Zuschauer begeistert "Salve Piesport". Die Schiffsweinprobe war mit mehr als 300 Gästen ausgebucht. chb