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Weinbergspfirsich mag Schnee und Frost nicht

Weinbergspfirsich mag Schnee und Frost nicht

Nach dem erneuten Wintereinbruch machen sich Winzer und Landwirte Sorgen um die bereits blühenden Weinbergspfirsiche.

Cochem-Zell. (jo) "Der Schnee ist nass und schwer, es hat wochenlang geregnet, der Boden ist weich, die Bäume kippen aus ihren Wurzeln", erklärt Dr. Stefan Göbel, Leiter des Forstamts Cochem, den schwächelnden Forst und die unter erdrückender Last herab gebogenen Äste. Die Äste brechen wie Streichhölzer. Gerade Hainbuchen, die sehr früh mit dem Trieb beginnen, sind gefährdet. Die Knospen bieten Angriffsflächen, auf denen sich der Schnee niederlassen kann. Und natürlich die Nadelbaumbestände wie die Fichten."Wenn dieser nasse Schnee auf den Bäumen gefriert und es dann wieder draufschneit - dann haben wir den Super-Gau", weiß Göbel. Und erinnert sich an gewaltige Schneebruchschäden in den frühen 80er und sogar in den 1930er Jahren. "Den Bäumen sieht man das heute noch an, weil damals die Wipfel einfach abgebrochen sind." Auch der Landwirtschaft macht ein Wintereinbruch Anfang April zu schaffen. "Die Rapsbestände werden von diesem Schnee erdrückt, die Aussaat der Sommergerste verzögert sich", sagt Bauernverbandschef Hans-Jürgen Sehn. "Frost können wir gar nicht gebrauchen."Wie der in voller Blüte stehende Rote Weinbergspfirsich mit dem späten Schnee zurecht kommt, weiß noch keiner so genau. Hoffen und Bangen also bei den Pfirsich-Freunden an der Mosel."Mir fehlen da die Erfahrungen, so habe ich das noch nicht erlebt", sagt Werner Schakat aus Bruttig, der viele Weinbergspfirsiche züchtet. "Ich kann nur abwarten und davon ausgehen, dass der Blüte nichts passiert - so lange wir keine Minusgrade bekommen. Vor Frost habe ich immer Bammel." "Nicht gerade optimales Insekten-Flugwetter für die Befruchtung der Blüten", sagt Edelbrenner und Pfirsich-Verarbeiter Hubertus Vallendar. Und auch er sagt: "Jetzt bloß keinen Frost."