Weisgerber-Kritiker distanziert sich von Hitler-Vergleich

Weisgerber-Kritiker distanziert sich von Hitler-Vergleich

Jan Klein fühlt sich missverstanden: Er hatte den Bürgermeister der VG Traben-Trarbach, Ulrich K. Weisgerber, im sozialen Netzwerk Facebook als "Gröfaz" bezeichnet. Der Hitler-Vergleich sei ironisch gemeint. Mit dem Wort Gröfaz habe er Weisgerber vielmehr als "Größter Flappes aller Zeiten" charakterisieren wollen.

Kröv/Traben-Trarbach. Gröfaz - Größter Feldherr aller Zeiten - so lautete ein Spottname für Adolf Hitler nach der Schlacht bei Stalingrad im Jahr 1943. Als Gröfaz hatte Jan Klein aus Kröv den Bürgermeister der VG Traben-Trarbach, Ulrich K. Weisgerber, im sozialen Netzwerk Facebook bezeichnet (der TV berichtete).
"Größter Feldherr aller Zeiten - das habe ich nie gesagt", schreibt Klein nun in einer Stellungnahme an den Trierischen Volksfreund. Er habe vielmehr Weisgerber als "Größten Flappes aller Zeiten" bezeichnet. Klein: "Ein Flappes ist im Moseldialekt ein Wort für jemand, der sein Fähnchen nach dem Wind dreht, der unzuverlässig ist und sein Reden seinem eigenen persönlichen Vorteil anpasst. Jemand, den man deshalb nicht ernst nimmt, da er für sein Handeln keine Verantwortung übernehmen will, sich gerne als Opfer sieht und die Schuld den anderen zuschiebt."
Die Ähnlichkeit zu Adolf Hitlers Spottnamen habe er nur als ironisches Mittel genutzt, um sich über "die abstruse Stellungnahme" von Weisgerber zu dem TV-Artikel "Neues aus Absurdistan" lustig zu machen. Der Leiter der Traben-Trarbacher Tourist-Information, Matthias Holzmann hatte die Stadt beschuldigt, ihn zu überwachen.
Streit wird angeheizt


Zu diesem Zweck sei ein Mitarbeiter abgestellt und ein Bewegungsmelder installiert worden. Weisgerber hatte dies als "großen Unfug" zurückgewiesen. Es gebe keine Observation. Den Mitarbeiter habe er auf Bitte der Stadtbürgermeisterin zur Unterstützung beim Wein-Nachts-Markt abgestellt. Und der Melder sei installiert worden, weil die Lichtschalter kaputt waren. Klein, Mitglied der CDU-Fraktion im Kröver Gemeinderat, hat am 10. Januar im Internet ferner eine Petition gestartet, in der er den Rücktritt von Weisgerber und Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus fordert. Diese Petition will Klein an Landrat Gregor Eibes schicken. Außerdem hatte Klein den rheinland-pfälzischen CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder in der Sache um ein Gespräch gebeten. Eibes und Schnieder distanzieren sich deutlich von der Internet-Petition. Der Streit in Traben-Trarbach werde durch eine solche Aktion nur angeheizt. Schnieder sprach von einer obskuren Petition. Die von Klein gestartete Internet-Petition treibt inzwischen immer bizarrere Blüten. Dies zeigen die neuesten Einträge auf der entsprechenden Internet-Seite. Dort sind als Unterzeichner Ulrich K. Weisgerber und Heide Pönnighaus aufgelistet - außerdem Konrad Adenauer, Malu Dreyer, Angela Merkel und "Größter Flappes Krövs, alias Jan Matthias Klein".
Unterdessen haben sich auch der CDU-Ortsverband Kröv und die CDU-Gemeinderatsfraktion zu Wort gemeldet. Der CDU-Ortsvorsitzende Dieter Müllen schreibt: "Wir distanzieren uns von allen Äußerungen, die Jan Matthias Klein bezüglich der Abwahl von Verbandsbürgermeister Weisgerber und Stadtbürgermeisterin Pönnighaus macht. Jan Matthias Klein ist nicht Mitglied der CDU. Die CDU-Kröv wünscht sich gutnachbarliche Beziehungen zur Verbandsgemeinde Traben-Trarbach." sim

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