Weißer Schnee und grüner Glühwein

Brauchtum : Weißer Schnee und grüner Glühwein

Der Schnee am Erbeskopf sorgt in diesem Jahr beim Weihnachtsmarkt in und um das Hunsrückhaus für Winterstimmung.

Schnee wohin man blickt: Der Weihnachtsmarkt am Erbeskopf kann mit der Winteratmosphäre aufwarten, die man sich für eine solche Veranstaltung wünscht. Rund 5000 Besucher verzeichnete der Markt am Wochenende. „Bei Thalfang war noch alles braun. Fährt man dann weiter in Richtung Erbeskopf, ist auf einmal der Schnee da“, freut sich Anette Hill aus Schweich. Sie kommt jedes Jahr wegen der besonderen Atmosphäre der Veranstaltung zum Hunsrückhaus. Ein weiterer wichtiger Grund sind die Händler, die hier stehen und die sie kennt. Haben sie und ihre Freundin Ramona Otter aus Dierscheid etwas gefunden? „Walnusslikör gegen Bauchweh und Weihnachtslikör für die Seele“, lachen die beiden. Hinzu kommt der Weihnachtsbaum, den ihr die Männer des Hegerings Thalfangs in ein Netz einpacken. Dort erhalten Käufer auch die richtigen Tipps: Damit die Poren an der Schnittfläche des Baumes genügend Wasser aufnehmen, sägt Klaus Kessler vom Hegering Thalfang nochmal fünf Zentimeter am Stamm ab. „Wenn Du den Baum zu Hause direkt ins Wasser stellst, hält er bis Karfreitag“, sagt er zu Marco Blatt, der sich eine Fichte ausgesucht hat.

Wer sich aufgrund der nasskalten Witterung aufwärmen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder wechselt er ins Hunsrückhaus, wo die Hälfte der Anbieter des Weihnachtsmarkts ihre Stände aufgebaut haben, oder er trinkt am Stand des Winzers Bernd Klein aus Mehring einen roten, weißen oder grünen Glühwein. Grüner Glühwein? Den Grinch, wie er nach der weihnachtshassenden Filmfigur getauft worden ist, bieten sie in diesem Jahr erstmals an, sagt Marion Klein. Wie kommt dieser zu der intensiven grünen Farbe? „Das ist unser Geheimnis“ sagt sie. Der Abverkauf sei gut, obwohl manche wegen der Farbe skeptisch sind. Dabei sind es alles natürliche Zutaten, stellt sie klar. Iryna Denys aus Hahnenbach bei Kirn schlürft an ihrem durchsichtigen Glas mit dem grünen Glühwein. Ihr schmeckt er gut, sagt sie. Und auch der Ehrengast hat in diesem Jahr mit den wärmenden Weingetränken zu tun: Die deutsche Glühweinkönigin Sarah Schmitt hat die Veranstaltung am Erbeskopf besucht.

Im Seminarraum des Hunsrückhauses geht es eng zu. „Wir mussten einigen Ausstellern aus Platzgründen absagen“, sagt Birthe Feil, Counterleiterin im Hunsrückhaus. Bei der Auswahl der Händler habe man darauf geachtet, dass den Besuchern ein abwechslungsreiches Sortiment angeboten wird. Auch Händler, die schon lange dabei sind, habe man vorrangig berücksichtigt.

Zu ihnen gehört Edith Schommer aus Morbach mit ihren weihnachtlichen Dekorationsartikeln: Seit dem ersten Weihnachtsmarkt vor rund 15 Jahren ist sie dabei, sagt sie. Dabei machen die Begegnungen mit den Menschen und die Atmosphäre am Erbeskopf für sie die Veranstaltung so besonders. Zitat Edith Schommer: „Ich habe Stammkunden, die an meinen Stand kommen und mir sagen: Schön, dass Du wieder dabei bist.“

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