Weitere 129 Parkplätze für Pendler am Bahnhof Wengerohr

Wittlich-Wengerohr · Gute Nachricht für Pendler: Der oftmals überfüllte Park&Ride-Parkplatz am Wittlicher Bahnhof Wengerohr wird wohl erweitert. Entsprechende Signale gibt es aus dem Innenministerium. Vor mehr als eineinhalb Jahren hatte die Stadt Wittlich bereits beim Land einen Antrag zur Förderung des Baus weiterer 129 Stellplätze eingereicht.

Wittlich-Wengerohr. Fahrzeuge mit Wittlicher, Bernkasteler, Bitburger, Dauner und Trierer Kennzeichen. Eine Stippvisite auf dem Park&Ride-Parkplatz hinter dem Bahnhof in Wengerohr zeigt: Der Parkplatz wird rege genutzt, und das nicht nur von Pendlern aus Wittlich. Wobei "rege" eher milde ausgedrückt ist. "Der Parkplatz platzt aus allen Nähten", formuliert es Jan Mußweiler, Pressesprecher der Stadt, deutlich drastischer.Wengerohrer verärgert


250 kostenlose Stellplätze sowie vier Behindertenparkplätze stehen auf dem Park&Ride-Parkplatz zur Verfügung. Diese wurden 2005 im Zuge des Ausbaus des Bahngeländes geschaffen, weil die kostenpflichtigen Stellflächen direkt vor dem Bahnhofsgebäude nicht ausreichten. Die Folge damals: Pendler stellten ihre Fahrzeuge - sehr zum Ärger der Wengerohrer - in den Nebenstraßen ab. Ein Szenario, das nach wie vor aktuell ist. 78 Züge halten nach Auskunft der Deutschen Bahn an Werktagen am Wittlicher Bahnhof. Laut einer Zählung der Bahn aus dem vergangenen Jahr steigen insgesamt 2045 Reisende täglich in Wengerohr entweder in oder aus dem Zug. Und es könnten ab Mitte Dezember mit der Umstellung auf den Rheinland-Pfalz-Takt durchaus noch mehr werden. Viele dieser Bahnkunden erreichen den Wittlicher Bahnhof mit dem Auto.
Dass selbst der Park&Ride-Parkplatz mit seinen insgesamt 254 Stellplätzen da nicht ausreicht, ist in der Stadt Wittlich auch nicht neu: Schon vor mehr als zwei Jahren, im Juni 2012, hatte die CDU-Fraktion im Stadtrat den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, welche "Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für eine zeitnahe Erweiterung" der Anlage bestehen (der TV berichtete). Das tat die Verwaltung auch - und stellte schließlich Anfang Februar 2013 einen Förderantrag an das zuständige Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur zur Erweiterung des Park&Ride-Parkplatzes um weitere 129 Stellplätze. Die Gesamtkosten des Vorhabens wurden in dem Antrag auf 390 000 Euro beziffert.
Eine Summe, die die Stadt nicht so ohne Weiteres in die Hand nehmen darf: "Eine solche Investition dürfen wir nicht ohne Förderung tätigen", erklärt Pressesprecher Mußweiler, "das würde uns die Kommunalaufsicht untersagen, da wir zunächst alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen müssen." Von der Bahn gibt es definitiv kein Geld, wie Bahn-Sprecherin Regina Marusczyk auf Nachfrage bestätigt.Warten auf Antwort


Und so warten die Wittlicher seit nunmehr eineinhalb Jahren auf Antwort vom Land zu ihrem Förderantrag. Diese steht zwar nach wie vor aus. Aber zumindest kann Bettina Brück, Landtagsabgeordnete aus Thalfang, die selbst regelmäßig von Wittlich aus mit dem Zug nach Mainz fährt, "aus Gesprächen mit dem Innenministerium" verkünden, dass der Erweiterungsantrag "so gut wie durch" sei.
Das bestätigt auch Joachim Winkler, Pressesprecher des Innenministeriums: "Dem ist so", sagt er auf TV-Nachfrage, "es wird in den nächsten Wochen einen entsprechenden Bescheid geben." Die lange Dauer des Verfahrens erklärt Winkler mit der Vielzahl an Förderanträgen, die "über den zur Verfügung stehenden Fördermitteln" gelegen haben. Zudem habe der Rechnungshof in den vergangenen Jahren mehrfach die Förderung von Park&Ride-Anlagen beanstandet. Erst Anfang dieses Jahres habe das Ministerium mit dem Rechnungshof eine Abstimmung getroffen. Nach Auskunft von Winkler soll für den Bau der 129 Parkplätze eine Zuwendung in Höhe von 294 100 Euro bewilligt werden.