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Weiterer Schritt zum schnellen Netz

Weiterer Schritt zum schnellen Netz

Der Kreis ist in seinem Projekt, das Internetangebot auszubauen, einen Schritt weitergekommen. Der Kreisausschuss hat ein Bewertungsmodell beschlossen, mit dem der künftige Kooperationspartner ausgewählt werden soll.

Bernkastel-Wittlich. Der Kreis Bernkastel-Wittlich will den Ausbau des Breitbandnetzes vorantreiben. Bis 2018 sollen fast alle Menschen im Kreisgebiet schnelles Internet haben: Ziel ist es, mindestens 95 Prozent der Haushalte und Unternehmen an eine Internetverbindung anzubinden, die mindestens 30 Mbit pro Sekunde schnell ist, und mindestens 85 Prozent der Haushalte und Unternehmen an eine 50-Mbit-Verbindung anzuschließen. Laut einer Machbarkeitsstudie des Tüv Rheinland, die im April im Kreistag vorgestellt worden ist, können im Kreisgebiet sogar 99 Prozent aller Haushalte und Gewerbetreibenden mit einer Internetgeschwindigkeit von 50 Mbit angeschlossen werden (der TV berichtete mehrfach).
Jetzt hat der Kreisausschuss ein Bewertungsmodell beschlossen, dass die Auswahl des zukünftigen Kooperationspartners maßgebend ist. Besagter Partner wird in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt. In der ersten Stufe wird die grundsätzliche Eignung der Bewerber bezüglich Fachkunde, wirtschaftlicher und
technischer Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit überprüft. Die Bewerber, die diese Stufe bewältigt haben, haben dann die Gelegenheit, ihr Angebot abzugeben. Auf Grundlage dieses Angebots wird der Landkreis in Verhandlungen mit den Bietern treten.
Nach diesen Verhandlungen wählt der Kreis anhand der Zuschlagskriterien des Bewertungsmodells das wirtschaftlichste Angebot aus, das für das komplette Kreisgebiet gelten soll. Zu diesen Zuschlagskriterien gehören die Höhe der Anschlussrate und die Bandbreite, die Wirtschaftlichkeitslücke, die Höhe der Endkundenpreise sowie die Art und Umfang der Dienste wie das Angebot eines Internetfernsehens und Telefonanschlusses, das Betriebs-/Service-Konzept, der Zeitplan, die Maßnahmen zur Zukunftssicherheit und die Nutzung vorhandener kommunaler Leerrohrsysteme.
Die Zuschlagskriterien und die Bewertungsmatrix wurden zusammen mit der Frankfurter Kanzlei Heuking, Kühn, Lüer, Wojtek und dem Tüv Rheinland erarbeitet und hätten sich bei bisherigen NGA-Ausbauprojekten von Landkreisen bewährt.
Finanziert werden soll das Vorhaben, dessen Kosten derzeit auf 12,5 Millionen Euro geschätzt werden, fast komplett durch Landes- und Bundesfördermittel. Das Land stellt für den kreisweiten Breitbandausbau eine Förderung von 40 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht, der Bund 50 Prozent; beide Programme können kombiniert werden. Der Kreis selbst, der sich für beide Förderprogramme beworben hat, hat eine Million Euro in seinen Haushalt für das Vorhaben eingestellt. will