Weiterstrampeln und auf besseres Wetter hoffen?

Weiterstrampeln und auf besseres Wetter hoffen?

Die Teilnehmerzahlen beim autofreien Erlebnissonntag Happy Mosel gehen seit Jahren zurück und haben in diesem Jahr mit nur 600 Teilnehmern einen neuen Tiefstand erreicht. Früher waren bei der Veranstaltung, die 1993 ins Leben gerufen wurde, mitunter mehr als 100 000 Menschen unterwegs. Wie soll es weitergehen? Die Meinungen gehen unter Touristikern und Veranstaltern weit auseinander.

Cochem/Bernkastel-Kues. "Happy Mosel wird im kommenden Jahr wie geplant am 15. Juni stattfinden", sagt Sabine Winkhaus-Robert, Geschäftsführerin der Moselland-Touristik aus Bernkastel-Kues. Bisher sei noch niemand an sie herangetreten mit dem Wunsch, die Veranstaltung abzusagen.
Winkhaus-Robert macht das Wetter für die niedrige Teilnehmerzahl vor zwei Wochen verantwortlich. Und sie meint, dass man an der Donau auch nicht den Tourismus einstelle wegen des diesjährigen Hochwassers. Grundlage für die weiteren Planungen sei die Beschlusslage aus dem Jahr 2011. Die besagt, dass die Strecke jeweils auf 80 Kilometer für den Autoverkehr zu sperren ist, wechselweise zwischen Reil und Schweich oder Pünderich und Winningen. Zuvor fand der Erlebnistag auf der gesamten Strecke statt. Auch die Zeiten sind seit 2012 geändert. Statt die Straßen von 9 bis 19 Uhr für Autos zu sperren, haben die Radfahrer die Strecke jetzt von 10 bis 18 Uhr für sich.
Haumann für Happy Mosel


Dieses Konzept sei ohne Befristung beschlossen worden, sagt Winkhaus-Robert. Dennoch könne noch diskutiert werden, wenn das von einer Seite gewünscht würde. Dafür gebe es aber bisher noch keine Hinweise. "Ein ganz klares Ja" zu Happy Mosel sagt auch Gereon Haumann, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Kreisverband Bernkastel-Wittlich und Präsident des Dehoga Rheinland-Pfalz. Man habe zwar in den vergangenen Jahren mehrmals Pech mit dem Wetter gehabt. Dennoch sei so ein Tag eine gute Werbung für die Region. Natürlich könne auch er die Enttäuschung der Beteiligten verstehen, die sich vorbereitet haben und finanzielle Verluste hinnehmen mussten. Dennoch solle man nicht gleich "das Kind mit dem Bade ausschütten". Generell sei in diesem Jahr das Wetter ein großes Problem für die Gastronomie.
"Einen autofreien Sonntag im Jahr kann man sich leisten", meint auch Weinbaupräsident Rolf Haxel. Man habe eben mit dem Wetter großes Pech gehabt. Bei gutem Wetter hätte es sicher ganz anders ausgesehen. Haxel regt außerdem an, noch mehr auf Parallelveranstaltungen zu achten, wie beispielsweise den Marathon im Mittelrheintal. Aber generell hält Haxel Happy Mosel für eine gute Sache, bei der ganze Familien zusammen unterwegs sein können.
Zurückhaltend äußert sich Harald Bacher, der Leiter der Tourist-Information Cochem. Für ihn stellt sich die Frage, ob Happy Mosel eine Zukunft hat, zwar nicht unmittelbar, denn im kommenden Jahr ist Cochem nicht beteiligt, da die Veranstaltung zwischen Schweich und Reil laufen wird. Er könne sich aber schon vorstellen, die ganze Veranstaltung noch einmal zu überdenken. "Man muss abwägen, ob sich so ein Aufwand wirklich lohnt", meint Bacher.

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