Welche Strecke macht das Rennen?

Seit 16 Jahren hoffen Burgener Bürger auf einen Radweg, der ihren Ort mit den Hunsrückhöhen verbindet. Daher kommt es positiv an, dass jüngste überregionale Überlegungen in diese Richtung den Ort miteinbeziehen. Allerdings müssen der Brauneberger Ortsteil Hirzlei und die zu Gornhausen gehörende Klaramühle trotz ihrer Einkehrmöglichkeiten damit rechnen, außen vor zu bleiben.

Burgen/Brauneberg/Gornhausen. Eigentlich ist es in Burgen unstrittig, wie der seit vielen Jahren geplante Radweg-Aufstieg von der Mosel zu den Hunsrückhöhen verlaufen sollte.
Seit 16 Jahren ist der Wunsch nach einem Burgen passierenden überregionalen Radweg zum Hunsrück (siehe Extra) unerfüllt. Dabei sind die Vorbereitungen erst angelaufen. Jörg Lautwein, Geschäftsführer Wein- und Ferienregion (siehe Extra), geht davon aus, dass die Route frühestens in drei Jahren Realität sein könnte. Mit entscheidend wird sein, welche Strecke das Rennen machen und in welchem Umfang sie gefördert werden wird.
Kaum Chance für die Klaramühle


Die besten Aussichten sieht Lautwein für die Route von Burgen über die ADAC-Rallye-Serpentinen. Damit wären der Brauneberger Ortsteil Hirzlei und die zu Gornhausen gehörende Klaramühle, ein Ausflugslokal mit Rast- und Spielmöglichkeiten, außen vor. Wegen fehlender befestigter Wege und folglich höherer Kosten und mehr Umweltauflagen sieht Lautwein kaum Chancen, sie einzubinden. Für das von Mülheim und Veldenz favorisierte idyllische Hinterbachtal sieht er aus eben diesen Gründen ganz schwarz.
Bei einem Informationstreffen hörten ihm zwei Zuhörer besonders aufmerksam zu: Hirzleis Ortsvorsteher Ewald Adam und Klaus Pieritz, Eigentümer der Klaramühle, deren Café seine Tochter betreibt. Entscheidend dürfe nicht sein, was finanziell machbar, sondern was vor Ort gewollt sei, forderte Pieritz. Ansonsten werde das "Votum selbstständiger Gemeinden missachtet". Grasnick pflichtete bei. Die Meinungen der drei Gemeinderäte sollten eingeholt werden. Adam bat, die Chancen für das kleine Dorf zu berücksichtigen.
Wie der Kulturweg "Grafen, Gold und Schwarzer Peter" könnte auch der Radweg "enorm viele" Wanderer locken. Zumal sie in Hirzlei wie in der Klaramühle einkehren könnten. Diese Variante unterstütze daher auch Brauneberg, sprach er für den verhinderten Ortsbürgermeister Udo Schiffmann. Grasnick betonte, er sei froh, dass Lautwein das Thema erneut aufgreife. Radwege auf Hunsrücker Seite sollten aber ähnlich hoch gefördert werden wie die mit Landeszuschüssen in Millionenhöhe realisierten Eifeler Radwege.
Das Informationstreffen, bei dem auch darüber gesprochen werden sollte, kam bei den knapp 30 Teilnehmern aber weniger gut an. Einige Bürger ärgerten sich, dass alle übrigen Themen darüber ins Hintertreffen gerieten. Nach einem längeren Austausch über die möglichen Trassen verließen etliche den Saal. Sie störten sich daran, dass Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick Punkte wie Veranstaltungskalender, Ortsprospekt oder Zimmer anbieter nur kurz angesprochen hatte. Selbst der für 2014 (Sonntag, 13. April) geplante "1. Bauern-, Handwerker und Winzermarkt" in Burgen war schnell abgehandelt. Das Markttreiben soll sich im gesamten Ortskern abspielen. Erwartet werden mehr als 60 Anbieter: Direktvermarkter regionaler Produkte, Handwerker, die teils Einblick in ihre Arbeit geben, landwirtschaftliche Maschinen und Antikflohmarkt.

Extra

Wie berichtet will die Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues, die Tourismusgesellschaft von Stadt und Verbandsgemeinde, ihr Radwegenetz ausbauen. Vorgesehen ist unter anderem eine Radwegverbindung in den Hunsrück. Mit der neuen Zielgruppe der Elektrorad-Radler (E-Biker) vor Augen soll bewusst ein anspruchsvoller Aufstieg geschaffen werden. Die Strecke, auf der gut 400 Höhenmeter überwunden werden müssen, soll von Lieser über Mülheim, Veldenz und Burgen an den Hofbach-Höfen vorbeiführen, sich vor Gornhausen gabeln und an den Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg anschließen: alternativ über Haardtkopf, Römerstraße und Haag sowie ebenfalls entlang Römerstraße in Richtung Hundheim oder Archäologiepark Belginum. Zurück könnte es über einen ebenfalls geplanten Radweg, der heutigen Baustraße parallel der B 50 neu, nach Zeltingen-Rachtig gehen. Eine Machbarkeitsstudie überprüft derzeit, welche Variante am ehesten realisierbar ist. Entscheidend werden neben finanziellen, von Landeszuschüssen abhängigen, Erwägungen auch Natur- und Umweltschutzaspekte sein. Die bisher erfolglosen Bemühungen scheiterten auch daran, dass die betroffenen Gemeinden nicht die gleiche Route favorisieren. urs