Welche Vögel sind noch da?

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ruft am Wochenende zur sogenannten "Stunde der Wintervögel" auf. Dabei handelt es sich um eine Mitmachaktion, bei der 60 Minuten lang Vögel gezählt werden. Das Ergebnis gibt dem Nabu Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände.

Bitburg/Daun/Wittlich. Ein Vogel, zwei Vögel, drei Vögel - am Wochenende ist es wieder so weit. Dann können Naturliebhaber bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion " Stunde der Wintervögel" wieder teilnehmen. Bereits zum sechsten Mal organisiert der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) die Vogelzählung.

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm werden am kommenden Wochenende Freiwillige gesucht, die eine Stunde lang Vögel zählen. Hierbei hat der Nabu sich an der "Stunde der Gartenvögel" orientiert und gezielt ein langes Wochenende ausgesucht. So sollen sich möglichst viele Menschen an einem dieser Tage der Vogelbeobachtung widmen. Ob im Garten, auf dem Balkon, an Futterhäuschen oder im Park. Ziel ist es, ein möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu erhalten: Wo kommen die Vögel wie häufig oder selten vor, wie wirkt sich der Klimawandel auf sie aus? Im Mittelpunkt stehen vertraute sowie oft weit verbreitete Vögel - wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen - rund um Haus und Garten, über deren Bestände die Naturschützer weniger genau Bescheid wissen. Aber auch über Wintergäste wie Rotdrossel und Seidenschwanz, die aus dem kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen, will der Nabu etwas erfahren.

Deshalb sollen Teilnehmer auch aus Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, Zahlen liefern: "Rückgänge von Arten können wir bei der "Stunde der Wintervögel" nur mitbekommen, wenn wir auch die kleinen Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang würde sonst kaum auffallen", sagt Laura Kettering, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Nabu Rheinland-Pfalz.
Als möglichen Grund für das rare Auftauchen der Vögel im Garten nennt Kettering die milden Temperaturen. Viele Tiere fänden außerhalb der Futterhäuschen etwas zu fressen. Auch Zugvögel wie der Zilpzalp oder Hausrotschwanz hätten keine Probleme bei der Nahrungsbschaffung. Normalerweise verließen diese Vögel Deutschland im Winter, erklärt Kettering. Doch die nicht allzu frostige Witterung könnte dazu führen, dass die Tiere sich den mühsamen und kräftezehrenden Weg in den Süden sparen. Deshalb sind die Naturschützer gespannt, ob Zilpzalp und Hausrotschwanz dieses Mal bei uns überwintern.
Lust auf Zählen? Wer bei der Aktion mitmachen möchte, braucht keine besondere Qualifikation.
Die "Stunde der Wintervögel" funktioniert so: Von einem ruhigen Plätzchen aus notiert man jede Vogelart, die man kennt, sowie die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu entdecken ist. Wichtig! Damit die Ergebnisse auf Städte und Dörfer als eigene Lebensräume bezogen werden können, sollen die Vögel nicht im Wald oder in der Feldflur gezählt werden. Die Beobachtungen können bis zum 18. Januar beim Nabu gemeldet werden:
stundederwintervoegel.de
Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Januar, gibt es von 10 bis 18 Uhr für Vogelmeldungen zudem eine kostenlose Hotline 0800/1157-115.Extra

 Ob Kohlmeise (links), Elster (rechts unten) oder Spatz rechts (oben): Jetzt gilt es, Vögel zu zählen. TV-Fotos (3): Archiv
Ob Kohlmeise (links), Elster (rechts unten) oder Spatz rechts (oben): Jetzt gilt es, Vögel zu zählen. TV-Fotos (3): Archiv Foto: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Welche Vögel sind noch da?
Foto: (g_wojo )

Größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands: Bei der "Stunde der Wintervögel" haben sich im Jahr 2015 in Rheinland-Pfalz mehr als 3000 Vogelfans beteiligt. Sie zählten über 91 000 Vögel. Darunter waren auch 109 Menschen aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Sie zählten 4129 Vögel. Bundesweit wurden in 53 000 Gärten und Parks über zwei Millionen Vögel gezählt. mmp